Leonhard Rausch, Die Schütte’sche Mühle, 1860, Foto: Johannes Bendzulla
Leonhard Rausch, Die Schütte’sche Mühle, 1860, Foto: Johannes Bendzulla

Ratingen. Im Jahr des 750-jährigen Stadtjubiläums zeigt das Museum Ratingen die kulturhistorische Ausstellung „750 Jahre Ratingen – Eine Standortbeschreibung“. Die interaktive Schau mit dem Schwerpunkt auf dem Thema Arbeit führt mit anregenden Mitmach-Stationen kleine und große Besucher durch die Geschichte der Stadt. Sie zeigt auch spielerisch, wie sich Berufe, Wirtschaft und Arbeitsalltag über die Jahrhunderte gewandelt haben.


Materialien wie Papier, Textilien und Keramik sind in der Ausstellung zentral und haptisch erfahrbar. Historische und aktuell prägende Ratinger Unternehmen werden vorgestellt, darunter die Papierfabrik Bagel, Keramag Keramische Werke, Tünkers Maschinenbau und andere. Zu entdecken ist ein Panorama typischer Ratinger Erzeugnisse und ihrer Produktionsstätten, die inhaltliche Bezüge zur stadtgeschichtlichen Dauerausstellung und der Porzellansammlung von Johann Peter Melchior im Museum herstellen.

Neben historischen Objekten sind herausragende Archivalien des Stadtarchivs vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert abwechselnd als Leihgaben zu sehen. In ihnen finden sich Verweise auf die Arbeitswelt der Vergangenheit. Beispielhaft sind die mittelalterliche Urkunde des Grütbierprivilegs für die Bierbrauer aus dem Jahr 1341 sowie die Satzung der Ratinger Schmiedezunft aus dem Jahr 1777 zu nennen. Die Stadterhebungsurkunde der Stadt Ratingen vom 11. Dezember 1276 ist primärer Anlass für die Jubiläumsausstellung: Graf Adolf von Berg und seine Frau Elisabeth verliehen Ratingen an diesem historischen Tag die Stadtrechte. Daher sollen die Besucher vom 11. Oktober bis zum 10. November 2026 sowie vom 10. Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 die Möglichkeit bekommen, dieses faszinierende Schriftstück im Original zu betrachten.

Zur Eröffnung der kulturhistorischen Ausstellung „750 Jahre Ratingen – eine Standortbeschreibung“ am Sonntag, 11. Oktober, 11.30 Uhr, findet eine Kinder-Eröffnung statt, bei der verschiedene Techniken von der Handarbeit bis zur Künstlichen Intelligenz erprobt werden können. Gleichzeitig wird die neue Ausstellung im Spielzeugmuseum im Trinsenturm eröffnet.

„Spielerisch zum 750. Stadtgeburtstag: Große Ideen aus Ratingen in klein“ (11. Oktober 2026 bis 31. Oktober 2027)

Die Gäste sind in den Trinsenturm eingeladen und erfahren zusammen mit Museumsvermittlerinnen ihrerseits viel über die Stadt und die Produkte Ratinger Gewerbe und der Industrie. Für Kinder wurden und werden sie auch heute noch als Spielzeuge – auch international – verkauft. Zum Beispiel ist der Motorroller Vespa in vielen verschiedenen Größen und Varianten bis heute beliebt. Und immer noch findet man in den Wohnungen und Puppenstuben die Waschmaschine mit dem Bullauge, eine Erfindung der Firma Constructa aus dem Jahr 1951. Ebenso hat die Modepuppe der Firma Esprit in der Jubiläumsschau des Spielzeugmuseums ihren Platz und weckt Erinnerungen.

Beide Ausstellungen sowie das vielfältige Programm anlässlich des Museums- und des Stadtjubiläums werden großzügig durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert. Das Stadtarchiv Ratingen, der Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen, die Volkhochschule Ratingen und die Freunde und Förderer des Museum Ratingen unterstützen als Kooperationspartner dieses vielseitige Projekt.