Das Parkverbot im Einmündungsbereich gilt bundesweit - eine zusätzliche Beschilderung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, fehlt aber an vielen Stellen in der Praxis. Kommunen können durch Fahrbahnmarkierungen oder ergänzende Schilder auf die Regelung aufmerksam machen. Die CDU-Fraktion hat den Antrag für den Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt (BezA 6) gestellt, der als zuständiges Gremium über Stadtteilangelegenheiten in diesem Bereich entscheidet. Foto: CDU Ratingen
Das Parkverbot im Einmündungsbereich gilt bundesweit - eine zusätzliche Beschilderung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, fehlt aber an vielen Stellen in der Praxis. Kommunen können durch Fahrbahnmarkierungen oder ergänzende Schilder auf die Regelung aufmerksam machen. Die CDU-Fraktion hat den Antrag für den Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt (BezA 6) gestellt, der als zuständiges Gremium über Stadtteilangelegenheiten in diesem Bereich entscheidet. Foto: CDU Ratingen

Ratingen. Wer morgens mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch Hösel oder Eggerscheidt unterwegs ist, kennt die Situation: An Kreuzungen und Einmündungen stehen Autos so dicht an der Kurve, dass man kaum sehen kann, was kommt. Für Erwachsene ist das lästig, für Kinder auf dem Schulweg kann es gefährlich werden.


Die CDU-Fraktion hat die Verwaltung daher gebeten, gemeinsam mit dem Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt einen Ortstermin durchzuführen – exemplarisch am Einmündungsbereich Kohlstraße / Bahnhofstraße in Hösel, wo das Problem besonders deutlich zu beobachten ist.

An zahlreichen Stellen im Bezirk fehlen Markierungen oder Hinweisschilder, die Autofahrer auf das Parkverbot im Einmündungsbereich aufmerksam machen. Das Ergebnis ist bekannt: Sichtachsen werden verstellt, Abbiegevorgänge erschwert, Grundstückseinfahrten zugeparkt, und zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs kommt es zu Rückstauungen, die sich mit einfachen Mitteln vermeiden ließen.

Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion, erklärt den Ansatz hinter dem Antrag: “Wir wollen das gemeinsam mit der Verwaltung vor Ort anschauen – nicht von Schreibtisch zu Schreibtisch. Ein Ortstermin zu einer verkehrsstarken Tageszeit gibt allen Beteiligten den gleichen Blick auf die Situation und ist oft der direkteste Weg zu einer guten Lösung.”

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Schulwegen. Kinder, die die Wilhelm-Busch-Grundschule zu Fuß oder mit dem Rad erreichen, queren genau jene Einmündungsbereiche, an denen falsch geparkte Fahrzeuge die Sicht nehmen. Anders als Erwachsene können sie Entfernungen und Geschwindigkeiten im fließenden Verkehr noch nicht zuverlässig einschätzen – umso wichtiger ist es, dass die Sichtverhältnisse an diesen Stellen stimmen.

Henry Dietl, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion im Bezirksausschus, bringt die Perspektive der Anwohner mit ein: “Wir hören das immer wieder – von Eltern, von Anwohnern, von Menschen, die täglich an diesen Stellen unterwegs sind. Es geht nicht darum, Autofahrer zu schikanieren, sondern darum, dass alle sicher durch die Straßen kommen. Und gerade auf den Schulwegen unserer Kinder sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.”

Michael Droste, erster stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Bezirksausschusses 6, sieht in dem Antrag einen sinnvollen nächsten Schritt: “Wir haben im Bezirk mehrere solcher Stellen, die uns seit längerer Zeit beschäftigen. Der Ortstermin an der Kohlstraße soll zeigen, was möglich ist – und wie wir das, was dort funktioniert, auf andere Einmündungsbereiche übertragen können. Das ist kein Einzelfall, sondern ein exemplarischer Einstieg.”

Tatjana Pfotenhauer, Ratsmitglied und Sprecherin der CDU im Bezirksausschuss 6, ergänzt: “Oft reichen kleine Maßnahmen – eine Markierung, ein zusätzliches Schild, eine klar erkennbare Sperrfläche. Aber man muss sich die Stellen anschauen, um beurteilen zu können, was wo wirkt. Genau dafür ist der Ortstermin da.”

Robin Langer, CDU-Ratsherr und Vorsitzender der CDU Hösel/Eggerscheidt, unterstreicht die Bedeutung für den gesamten Bezirk: “Hösel und Eggerscheidt sind gewachsene Wohngebiete mit engen Straßen und viel Anwohnerverkehr. Die Parksituation an Einmündungen ist dort strukturell ein Thema – und eines, dass wir systematisch angehen wollen, nicht nur punktuell.”

Besonders deutlich wird dies für den Radverkehr am Einmündungsbereich Kohlstraße / Bahnhofstraße. Der Radweg endet dort an der Bahnhofstraße, sodass Radfahrende sich genau in diesem Bereich wieder in den Straßenverkehr einordnen müssen. Parkende Fahrzeuge erschweren dabei die Sicht, abgestellte Fahrräder verengen die Situation zusätzlich. Gerade deshalb sollte der Ortstermin auch klären, wie dieser Bereich für Radfahrende übersichtlicher und sicherer gestaltet werden kann, erklärt Langer.

Der Bezirksausschuss 6 soll den Ortstermin nach Möglichkeit zu einer verkehrsstarken Tageszeit durchführen, damit die Situation so gesehen wird, wie sie sich täglich für die Menschen vor Ort darstellt.