Ratingen. Die SPD-Fraktion beantragt für die Sitzung des Schul- und Sportausschusses am 9. September einen Tagesordnungspunkt zum aktuellen Sachstand des Sprachförderprogramms „Fit in Deutsch“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Weiterführung des erfolgreichen Programms ab 2027 durch einen externen Träger organisiert werden kann.
In den diesjährigen Sommerferien findet „Fit in Deutsch“ bedauerlicherweise nicht statt, da die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel im Rahmen der Etatberatungen nicht freigegeben wurden. Gleichzeitig hatte die Verwaltung in den Sitzungen des Schul- und Sportausschusses am 6. Mai und 24. Juni 2026 mitgeteilt, dass Gespräche mit Ratinger Trägern geführt werden, um das Programm ab 2027 wieder anbieten zu können.
Die SPD-Fraktion möchte nun wissen, mit welchen Trägern die Verwaltung Gespräche geführt hat, welche Ergebnisse dabei erzielt wurden und welcher Träger aus Sicht der Verwaltung für eine mögliche Weiterführung favorisiert wird.
„Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht wieder wertvolle Zeit verlieren. Wenn die Verwaltung bereits Gespräche mit möglichen Trägern geführt hat, erwarten wir im September konkrete Informationen über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte“, erklärt Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD. „‚Fit in Deutsch‘ war ein erfolgreiches Angebot, das Kindern und Jugendlichen gerade in den Ferien zusätzliche Möglichkeiten gegeben hat, ihre Deutschkenntnisse anzuwenden und weiterzuentwickeln. Wir wollen deshalb wissen, wie eine verlässliche Fortsetzung ab 2027 sichergestellt werden kann.“
Das Förderprogramm „Fit in Deutsch“ wurde 2018 von der Landesregierung eingeführt. Ziel ist es, einen individuellen Lernzuwachs in der deutschen Sprache zu ermöglichen und zugleich die Alltagskompetenzen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zu stärken.
Die Schulen leisten mit der Deutschförderung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler bereits einen wichtigen Beitrag zum Spracherwerb und zur Integration in das deutsche Schulsystem. Gerade während der Schulferien kommt der zusätzlichen Sprachförderung jedoch eine besondere Bedeutung zu. Wenn im familiären und persönlichen Umfeld überwiegend die Herkunftssprache gesprochen wird, fehlen Kindern und Jugendlichen wichtige Gelegenheiten, Deutsch regelmäßig anzuwenden.
„Spracherwerb braucht Kontinuität – auch und gerade in den Ferien“, betont Rosa-Maria Kaleja, schulpolitische Sprecherin der SPD. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Kinder und Jugendliche während der Ferien bei ihren Sprachkenntnissen zurückfallen. ‚Fit in Deutsch‘ hat hier eine wichtige Lücke geschlossen und den Spracherwerb mit alltagsnahen Angeboten unterstützt. Deshalb ist es für uns entscheidend, dass die Stadt gemeinsam mit einem geeigneten Träger ein tragfähiges Konzept für die Zukunft entwickelt.“
Die SPD-Fraktion sieht in einer möglichen Weiterführung ab 2027 eine wichtige Ergänzung zur regulären Sprachförderung an den Schulen. Sie erwartet von der Verwaltung im Schul- und Sportausschuss einen transparenten Sachstandsbericht und konkrete Aussagen dazu, ob, mit wem und unter welchen Rahmenbedingungen „Fit in Deutsch“ künftig wieder angeboten werden kann.
„Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Deshalb darf Sprachförderung nicht vom Zufall abhängen“, so Wiglow und Kaleja abschließend. „Unser Ziel ist ein verlässliches Angebot, das Kindern und Jugendlichen auch in den Ferien die Möglichkeit gibt, ihre Deutschkenntnisse zu festigen und weiter auszubauen.“


