Ratingen. Fast 100 Zuschauer haben im evangelischen Gemeindesaal in Hösel einen denkwürdigen Abend erlebt: einen Poetry Slam der Extraklasse.
Vier junge Slammer waren am Start, unter anderem die deutsche Meisterin Johanna Bauer. Sie, Jann Mattjes, Britta Kah und Pierre Hoffmeister legten fulminante Auftritte hin. Die Publikumsnoten lagen pro Auftritt, je zwei an der Zahl, stets über dem Durchschnitt, zwischen sieben und zehn Punkten. Persönliche Erlebnisse, Erfahrungen mit Patienten, Kunden und den eigenen Kindern, Auseinandersetzung mit eigenen Ängsten und Träumen, poetische Gedanken über das eigene Leben und die Zukunft waren die Gedanken und Themen.
Das Publikum bestand aus vielen jungen Menschen, aber auch eine ganze Reihe von Erwachsenen, die erstmals einen Slam kennengelernt haben. Der bekannte Moderator der Veranstaltung, Jan Arndt Schmidt, heizte die Stimmung im Saal mit seiner engagierten und professionellen Art förmlich an. Er vergab Wertungstafeln an fünf Zuschauer, die je nach Stärke des Beifalls, Noten zwischen eins und zehn abgeben mussten. Nach zwei Runden mit immer neuen Vorträgen und Texten kamen am Ende Johanna Bauer aus Duisburg und Britta Kah aus Wesel ins Finale.
Während Johanna Bauer durch ihren hintergründigen, aneckenden und sehr persönlichen Vortrag glänzte, brillierte Britta Kah durch rhythmische Verse, in denen sie den normalen Wahnsinn des Alltags einer Mutter auf die Spitze trieb. Der frenetische Applaus des Publikums für beide Finalistinnen ließ keine Siegerin erkennen. So gab es ausnahmsweise, aber voll berechtigt, zwei Erstplatzierte (s. Foto). Mit dem Poetry Slam setzte der Kulturkreis Hösel eine vor sieben Jahren gestartete Serie fort, die wie jetzt wieder Jung und Alt gleichermaßen berührt.
Das Publikum war am Ende restlos begeistert und forderte eine Fortsetzung dieser Reihe. “Das soll es haben”, kündigt Wolfram Brecht vom Kulturkreis Hösel an.


