Ein Schild weist auf eine Baustelle hin. Foto: pixabay
Ein Schild weist auf eine Baustelle hin. Foto: pixabay

Ratingen. Es gab eine Zeit, da wussten Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Gymnasium oder zur Liebfrauenschule genau, an welcher Stelle der Schleiferstraße sie besser absteigen sollten. Wer mit dem Fahrrad durchfuhr, riskierte einen Sturz. Wer zu Fuß unterwegs war, achtete lieber auf den Boden als auf den Verkehr. Ein Jahr nach der Deckensanierung sind diese Schäden nur noch Erinnerung – und das Bemerkenswerteste daran ist, wie selbstverständlich das inzwischen wirkt.


Die Schleiferstraße galt über Jahre hinweg als eine der am sanierungsbedürftigsten Straßen in Ratingen, wie die CDU schreibt. Die Schäden waren nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern ein handfestes Sicherheitsproblem – gerade für den Schülerradverkehr, der die Straße täglich in beide Richtungen nutzt. Für die Anwohnerinnen und Anwohner gehörte das Ausweichen und Abbremsen so lange zum Alltag, dass viele es kaum noch hinterfragten.

Für Hanno Paas, CDU-Ratsherr für den Wahlkreis, war die Schleiferstraße über Jahre hinweg ein Dauerthema: „Ich habe mich für diese Straße stark gemacht, seit ich im Stadtrat sitze und ehrlich gesagt gab es Momente, in denen ich nicht mehr sicher war, ob wir es schaffen würden. Umso schöner ist es, jetzt ein Jahr zurückzublicken. Wenn ich heute dort entlanggehe, sehe ich Kinder, die einfach Fahrrad fahren, ohne Slalom fahren zu müssen. Das klingt banal, aber genau darum geht es in der Kommunalpolitik.“

Die Rückmeldungen aus der Nachbarschaft bestätigen das Bild. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von deutlich weniger Erschütterungen im Haus, wenn schwerere Fahrzeuge passieren, und davon, dass Gehen und Radfahren wieder ohne ständigen Blick nach unten möglich sind. Mehrfach haben sich Anlieger direkt bei der Fraktion bedankt – für die Hartnäckigkeit, mit der das Thema über Jahre auf der Tagesordnung gehalten wurde. Auch von vielen Eltern kam ein positives Echo: Ein Schulweg, auf dem man sich nicht mehr auf den Untergrund konzentrieren muss, ist schlicht ein sichererer Schulweg.

Die Sanierung war Teil des städtischen Deckensanierungsprogramms – eines der Instrumente, mit denen Ratingen seine Straßen systematisch wieder in Form bringt. Allein im Programmjahr 2025 wurden zehn Straßen in vier Stadtteilen erneuert. Den Anfang machte Hösel mit Dachsring, Fuchsweg und Rehweg, gefolgt von der Kohlstraße, der Rehhecke in Lintorf, der Zieglerstraße und dem Bereich Hans-Böckler-Straße in Ratingen-Mitte sowie Am Ehrkamper Bruch und der Alten Kölner Straße in Breitscheid. Überall dort zeigt sich dasselbe Muster wie an der Schleiferstraße: Die Bauzeit ist überschaubar, die Wirkung sofort spürbar.

„Das Ratinger Deckensanierungsprogramm ist sehr effektiv“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Heins. „Es wird nicht nur angekündigt, sondern Jahr für Jahr systematisch abgearbeitet und die Menschen merken das unmittelbar vor ihrer Haustür. Am Dachsring in Hösel war es genauso wie in Ratingen-Mitte: erst Skepsis, ob das wirklich klappt, dann eine sehr kurze Bauphase und am Ende eine Straße, über die nur noch positiv gesprochen wird, weil sie einfach funktioniert. Ein großes Lob gilt hier der Ratinger Bauverwaltung.“

Rund 30 Millionen Euro hat die Stadt aktuell für das Programm bereitgestellt – ein Volumen, dass den Umfang der Aufgabe zeigt und gleichzeitig deutlich macht, dass die Sanierung der Ratinger Straßen politisch ernst genommen wird. Weitere Straßenzüge befinden sich bereits in der konkreten Planung.

Für die CDU-Fraktion ist die Schleiferstraße deshalb weniger ein abgeschlossener Vorgang als ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man lange genug dranbleibt und die richtigen Instrumente nutzt. Genau diesen Ansatz will die Fraktion auf die kommenden Programmjahre übertragen – sukzessive werden so die sanierungsbedürftigen Straßen in einen guten Zustand gebracht.