Der Blaue See und das Freizeitareal sind weit über die Stadtgrenzen bekannt. Foto: CDU-Fraktion Ratingen/Archiv
Der Blaue See und das Freizeitareal sind weit über die Stadtgrenzen bekannt. Foto: CDU-Fraktion Ratingen/Archiv

Ratingen. Die Neugestaltung des Freizeitgeländes am Blauen See soll mit einem konkreten Zeitplan umgesetzt werden.

Die noch notwendigen umfangreichen planungsrechtlichen Arbeiten, auch die engen Personalkapazitäten der Stadt führen allerdings zu einer längeren Umsetzungsdauer des ehrgeizigen Projekts. Damit das beliebte Ausflugsziel trotzdem attraktiv bleibt und mögliche Verbesserungen, die keinen neuen Bebauungsplan erfordern, angegangen werden können, haben sich CDU, Bürger Union, Grüne, SPD und FDP zusammengetan und schnell umsetzbare Maßnahmen beantragt.

Unter anderem soll die Naturbühne mit einer neuen Entwässerung, einer funktionsfähigen Toilettenanlage und einer naturschonenden Erneuerung der Zuwegungen mit Beleuchtung schnellstmöglich zeitnah wo möglich versehen werden.

Der Eingangsbereich des Areals an der Straße „Zum Blauen See“ soll zeitnah durch die vollständige Freiräumung des Plateaus mit dem ehemaligen Restaurant und der Schaffung einer sicheren Zuwegung zum See neugestaltet und die vom Verfall bedrohten historischen Kalköfen restauriert werden.

Für eine Übergangszeit soll auf dem Plateau mit Seeblick ein provisorischer Spielplatz mit einem Food-Truck errichtet und die vorhandene Erlebniswelt zunächst weiterbetrieben werden.

Für alle weiteren Schritte ist ein Bebauungsplanverfahren notwendig, das mit dem Kreis und der Bezirksregierung abgestimmt werden muss.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich Fraktionen im Ratinger Stadtrat zusammentun und einen gemeinsamen Antrag einbringen. Wenn das passiert, ist klar, dass es sich um ein wichtiges stadtpolitisches Thema handelt.

„Seit vielen Jahren setzen sich die Ratinger Parteien überfraktionell für eine Aufwertung dieses ganz besonderen Freizeitareals ein“, so Ewald Vielhaus, CDU-Fraktionsvize, der das Thema seit langem begleitet. Die beantragenden Fraktionen wollen das Projekt zügig umsetzen.

„Dass der Rat der Stadt jetzt einen externen Projektsteuerer in die Umsetzung der Planungen einbezieht, soll das Vorhaben beschleunigen, die Verwaltung erheblich entlasten und die Umbaupläne vorantreiben,“ so Stefan Heins, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt.

„Um die Erneuerung des weit über Ratingen hinaus bekannten Geländes zu ermöglichen, hat die Stadt das Gelände inzwischen gekauft. Die Handlungsmöglichkeiten sind damit jetzt gegeben und sollten daher auch in einem mehrstufigen Prozess genutzt werden. “, ergänzt Rainer Vogt, Fraktionsvorsitzender der Bürger Union.

Nachdem dieser Kauf vollzogen war, begannen die Planungen für einen großflächigen Umbau. „Wir hatten uns dazu für ein Wettbewerbsverfahren entschieden‘“, erklärt Christian Otto, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Das Verfahren musste jedoch leider aus formalrechtlichen Gründen eingestellt werde. Gleichwohl sollen die Ergebnisse aus diesem Verfahren als Grundlagenplanung mit in die zukünftigen Überlegungen vor allem für ein geplantes Umweltbildungszentrum einbezogen werden.“

Die Ergebnisse, die der Politik vorgelegt wurden, gefielen. Christian Wiglow, Fraktionsvorsitzender der SPD, erklärt: „Für die Vorhaben, die wir beschlossen haben, sind allerdings auch aufwendige Planverfahren und Abstimmungen nötig, die Zeit und Kapazitäten in Anspruch nehmen, von denen gerade letztere in der Verwaltung knapp sind. Pflichtaufgaben der Stadt wie der Bau neuer Kindergärten und die Renovierung unserer Schulen dürfen dabei nicht in den Hintergrund treten.“

Mit dem Haushaltsplanentwurf für 2024 und 2025 sind jetzt Planungs- und Umbaukosten für die ersten Bauabschnitte etatisiert worden, mit einem konkreten Zeitplan sollen die Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden. „Geplant war, die Pläne früher umzusetzen, auf Grund der Fülle an Aufgaben der Verwaltung müssen wir nun leider eine zeitliche Verschiebung akzeptieren, “, kommentiert Dr. Markus Sondermann, Fraktionsvorsitzender der FDP.

Doch ohne sichtbare Schritte zur Verbesserung am Blauen See, da waren sich die Fraktionen einig, wird der Zustand des beliebten Ausflugsziels schlechter, was auch den Spielbetrieb der Naturbühne gefährden könnte. Daher setzten sich die Fraktionen in den letzten Wochen immer wieder zusammen und stimmten ab, wie eine merkliche Aufwertung des Areals erreicht werden könnte, ohne dass dafür aufwendige Planungsverfahren oder übermäßige Kapazitäten gebunden würden. Herausgekommen ist nun ein Antrag, der viele schnelle Verbesserungen vorsieht, ohne die finale Lösung für das Gelände aus den Augen zu verlieren.

Die ersten Umbauten sollen in den Jahren 2024 und 2025 erfolgen.

Die weiteren Maßnahmen, wie die Errichtung eines großen Erlebnisspielplatzes mit Kiosk und einer Gastronomie auf dem Plateau und nicht zuletzt der Bau eines Umweltbildungszentrums sind dann im nächsten Schritt geplant.

Die Finanzierbarkeit des Projektes ist allen im Stadtrat wichtig. So beauftragt der Stadtrat die Verwaltung, dauerhafte Fördermöglichkeiten zu prüfen und auch die Folgekosten des Projektes der Politik vorzulegen.

„Mit dem eingebrachten Antrag haben wir nun einen klaren und realistischen Fahrplan für diesen ganz besonderen Ratinger Kulturort. Wir sichern den Bestand, um dann mit guter Planung und tatkräftiger Unterstützung den großen Wurf zu landen“, sind sich alle Fraktionen einig. Der Vorstoß wird im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen nun beraten.