Ratingen. Die CDU-Fraktion hat im vergangenen Bezirksausschuss Mitte den Abriss des seit Jahren leerstehenden Gebäudes Grabenstraße 8 sowie die Beseitigung der Garagenhöfe im Bereich des Stadtgrabens vor dem Trinsenturm gefordert.
Das Grundstück hatte die Stadt im Rahmen der bestehenden Vorkaufsrechtssatzung erworben. Deren Ziel ist die Stadtreparatur mit Erweiterung des ehemaligen Stadtgrabens. Ein großes Teilstück ist im Zuge der Stadtmauersanierung gerade in der finalen Neugestaltung. Die CDU-Fraktion sieht daher zunächst eine Verlängerung der Grünfläche vor dem Stadtgraben mit Fußgängerweg als ersten Schritt. Ziel ist es, zu einem späteren Zeitpunkt eine dauerhafte Lösung mit Teilbebauung und Grün zu entwickeln, die städtebauliche und denkmalpflegerische Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt. Der Bezirksausschuss beauftragte die Verwaltung in der März-Sitzung eine erste Prüfung vorzunehmen.
Im Nachgang allerdings polarisierten die Grünen in einem Video mit der Behauptung, dort solle ein Interimsparkplatz entstehen. Die CDU-Fraktion zeigt sich verwundert über diese Unterstellung: „Die Behauptung der Grünen, dort solle ein Interimsparkplatz entstehen, ist schlicht falsch. Im Gegenteil: Unsere Forderung umfasst ausdrücklich eine Grünfläche nach Abriss von Gebäude und angrenzendem Garagenhof“, erklärt Claus Köster, Sprecher der CDU im Bezirksausschuss Ratingen-Mitte. So steht wörtlich im Antrag der CDU: „Wir können uns an dieser Stelle zunächst eine einfache Grünanlage mit einigen Radfahrabstellanlagen – auch für größere Lastenräder und Leichtkrafträder – neben dem Eckhaus Graben-/Turmstraße vorstellen. Damit bleibt die Fläche disponibel für spätere städtebauliche Entwürfe für das Gesamtareal.“ Die Unterbringung der PKW solle in der gegenüberliegenden Tiefgarage des Museums erfolgen.
„Die seit Jahrzehnten unbewohnbare Schrott-Immobilie direkt gegenüber dem Ratinger Museum noch länger stehen zu lassen, war nicht der Sinn des Erwerbs. Große Planungen kann man dort derzeit nicht machen und den Trinsenturm wollen wir nicht zubauen – warum also nicht schon mit der Grabenerweiterung durch eine Grünfläche anfangen?“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Gerold Fahr.
Die Idee der Ratinger Grünen, die Fläche komplett für Wohnungsbau zu nutzen, hält die CDU-Fraktion hingegen für nicht realisierbar. Die Stadtmauer und der Trinsenturm sollten mehr zur Geltung kommen. Dagegen spricht aber vor allem auch die begrenzten Grundstückstiefe bestehende Wegerechte und Einschränkungen durch Nachbargrundstücke, die beachtet werden müssten. Insbesondere die Wegerechte im Bereich der Einfahrt machen eine endgültige Überplanung derzeit noch nicht möglich.
Pikant: Bereits im vergangenen Jahr hatte es inhaltliche Differenzen über die Reichweite ökologischer Maßnahmen zwischen den beiden Fraktionen gegeben. Die CDU-Fraktion hatte vorgeschlagen, anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums die Pflanzung von 75.000 Laubbaum-Setzlingen zur Aufforstung Ratinger Waldflächen zu ermöglichen – unter Einbindung von Spenden aus Wirtschaft und Bürgerschaft. Die Grünen lehnten dies unter Verweis auf Ausfallquoten bei Setzlingen sowie auf Fragen der Förderung privater Flächen ab. Stattdessen sollten lediglich symbolische 75 Stadtbäume gepflanzt werden.


