Der Zieleinlauf von Jan Ortjohann. Foto: TTR
Der Zieleinlauf von Jan Ortjohann. Foto: TTR

Ratingen. Das Triathlon-Team Ratingen 08 (TTR) hat einen Teilnehmer der 1. Triathlon-Bundesliga. Die „Jungen Wilden“ haben es beim Saisonfinale der 2. Bundesliga Nord in Hannover tatsächlich geschafft, in die höchste Klasse des Ausdauer-Dreikampfs aufzusteigen.

Jan Ortjohann, Leon Vollstedt, Morten Schmidt und Gerrit Schubert belegten am Maschsee Teamrang zwei und wurden damit Meister der 2. Triathlon-Bundesliga Nord.

„Ich kann das noch nicht so ganz fassen“, sagte Teamleiter Georg Mantyk nach dem erfolgreichen Coup sichtlich emotional. „15 Jahre Jugendarbeit in Ratingen, in denen ich auch die ‚Jungen Wilden‘ habe von klein auf trainieren dürfen, und nun steigen wir mit denen in die 1. Bundesliga auf. Unfassbar.“

Hannover hatte ein für ein Bundesliga-Rennen untypisches Format im Programm: einen Prolog über eine Sprintdistanz vom 250 Metern Schwimmen, fünf Kilometern auf dem Rad und 1,5 Kilometer laufend, dem eine gute Stunde später eine Sprintdistanz (500 Meter, 15 Kilometer, 3,5 Kilometer) folgte. Beiden Rennen drückte das TTR seinen Stempel auf. Allen voran Jan Ortjohann, der sowohl den Prolog nach 18:50 Minuten und das Sprintrennen in 43:58 gewann. Auch ein Einzelsieg in einem Bundesliga-Event ist Neuland für die Ratinger. Ihrem Topmann wenig nach standen Leon Vollstedt (Achter im Prolog, Gesamtsiebter in 44:50 Minuten) und Morten Schmidt, der nach Rang fünf im „Vorlauf“ eine Sekunde hinter seinem Teamkameraden Achter wurde. Gerrit Schubert kassierte eine Zeitstrafe, da er zu spät vom Rad abgestiegen war. Sein Resultat von 47:55 Minuten (Rang 44) wurde daher zum Streichergebnis.

„Wir sind sehr stolz auf unser junges Team, das bereits im zweiten Jahr in der 2. Bundesliga ein derart hohes Leistungsniveau erreicht hat. Wir hatten vor dem Saisonabschluss in Hannover den Aufstieg schon fest im Visier, aber die Zweitligameisterschaft war heute das i-Tüpfelchen“, freute sich auch der Vorsitzende des TTR, Burkhard Schmidt. „Nach nur 15 Jahren hat das TTR einen Erstligisten hervorgebracht. Neben unseren tollen Athleten gilt mein Dank unserem Teamleiter Georg Mantyk, den vielen engagierten Vereinsmitgliedern, von denen etliche unsere Mannschaft auch heute wieder vor Ort angefeuert haben, und unseren Sponsoren, auf deren Unterstützung wir auch in der 1. Bundesliga zählen.“

Eine derartige Erfolgsgeschichte hat natürlich viele Mütter und Väter. In den fünf Zweitliga-Rennen waren neben den in Hannover erfolgreichen Athleten auch Jan Baumgarten, Max Lou Kerth und Jonah Rühlemann für die Meisterschaft mitverantwortlich, die in verschiedenen Rennen ihre Punkte sammelten. Als Teambetreuerinnen waren Leni und Claudia Baumgarten bei jedem Rennen  mit am Start.

Die Feierlichkeiten in Hannover waren ausgelassen und emotional, aber auch überraschend. „Ich wusste nichts von den Aufstiegs-T-Shirts und auch die vielen Ratinger, die hier waren haben uns als Team überrascht. Das war natürlich zusätzliche Motivation“, so Mantyk. Nach der Rückkehr der Ratinger durfte sich am Abend noch das Bürgerhaus in Ratingen über eine spontane Aufstiegsfeier freuen. Rund 30 Aufstiegsfreund:innen ließen jeweils altersgerecht den Abend beim Abend bleiben oder auch zum Tag werden.

Weitere Informationen zum Triathlon Team Ratingen finden sich unter ttr08.de.

Drei Fragen an den Teamleiter Georg Mantyk

Neben diesem sportlichen Erfolg ist einmalig, dass das Team nahezu komplett aus Eigengewächsen besteht. Teamleiter Georg Mantyk hat diese Entwicklung zwar begleitet, aber noch nicht realisiert.

Georg Mantyk, Sie sind als Teamleiter des Triathlon Team Ratingen 08 in die 1. Triathlon-Bundesliga aufgestiegen. Ihre Eindrücke?

GM: Das ist unwirklich. Ich fühle mich wie jemand, der jahrelang in einer bereits sehr schönen Blase lebte. Diese ist nun zerplatzt, und dafür schwebe ich wie in Luftballon über den Dingen, und das ist noch viel schöner. Ich befürchte, ich muss auch irgendwann wieder landen (lacht.)

Sie waren einer der Mitgründer des Triathlon Team Ratingen. Nach nur 15 Jahren die eigenen Athleten in die Bundesliga zu bringen, ist etwas sehr Besonderes, wenn nicht Einmaliges…

GM: Tatsächlich habe ich unsere Teammitglieder allesamt bereits als Kind betreut und war letztlich als Trainer mit dabei, wie sie nun die höchste Liga erreicht haben. Das kann man eigentlich gar nicht kommentieren. Wichtig ist aber auch zu erwähnen, dass es sehr viele Mitstreiter:innen gab, die in der Gründungszeit und den Anfangsjahren großartige Arbeit geleistet haben. Ohne den aktuellen Vorstand wäre diese Story auch nicht möglich. Ich muss zu vielen danken, als dass ich alle namentlich erwähnen kann.

Was bedeutet Ihnen dieser Aufstieg persönlich?

GM: Ich sag es im Überschwang mal so, und beziehe mich auf ein althergebrachtes Sprichwort: Ein Mann soll ein Haus bauen, einen Baum pflanzen,  Kinder zeugen und mit einem Team in di e 1. Triathlon-Bundesliga aufsteigen.