Das Rathaus in Ratingen. Foto: Mathias Kehren
Das Rathaus in Ratingen. Foto: Mathias Kehren

Ratingen. In der konstituierenden Sitzung des Rates ist Christian Wiglow erneut zum Ausschussvorsitzenden bestimmt worden. Am 29. Januar hat sich dann der neue Sozialausschuss mit den neuen Mitgliedern konstituiert.


Christian Wiglow, der mit seiner fachlichen Kompetenz, langjährigen Erfahrung, beruflichen Hintergrunds und sozialpolitischen Engagement betonte in der Begrüßung des Ausschusses zu Bedeutung der Arbeit im Gremium für die Menschen in der Stadt.
„Soziale Gerechtigkeit ist das Fundament einer Stadt, die niemanden zurücklässt. Sie zeigt sich nicht in Reden, sondern im Alltag – wenn Jugendliche echte Chancen haben, Familien sich entfalten können, Berufstätige gute Rahmenbedingungen finden und ältere Menschen gut begleitet leben können.“

Der Sozialausschuss hat in der noch neuen Ratsperiode viele neue und auch alte Herausforderungen zu meistern, die das Leben der Menschen in Ratingen mittelbar und unmittelbar betreffen, nämlich Wohnen, Zusammenhalt und Integration als Oberbegriffe.

Wiglow betonte, dass er wie in den letzten fünf Jahren auch, Wert auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller demokratischen Fraktionen legt und klar und entschieden gegen Hetze und Fehlinformationen vorgehen wolle, so wie jüngst geschehen bei der Unterbringung anerkannter geflüchteter Menschen. „Ratingen muss eine Stadt für alle sein – unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status. Gerechtigkeit bedeutet, dass niemand übersehen wird – auch nicht im Alter, mit Behinderung, ohne Arbeit oder nach Fluchterfahrung“.

„Die Tagesordnung der ersten Sozialausschusssitzung beschreibt gut die Themen, die die Arbeit der nächsten Jahre prägen werden“. So Christian Wiglow Das gute Konzept der Verwaltung zur Unterbringung Obdachloser wurde einstimmig beschlossen, ergänzt um den Prüfauftrag der SPD-Fraktion, auch in Ratingen den Ansatz von Housing First umzusetzen, zumal in Ratingen mit dem SKF und dem Projekt „NRW – endlich ein Zuhause“ eine sehr gute Basis besteht.

Dennoch bleibt das Grundproblem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Gäbe es genug bezahlbaren Wohnraum, könnten Obdachlose schneller wieder eine Wohnung finden“, Rosa-Maria Kaleja, Sprecherin der SPD-Fraktion. „Und sie müssten nicht so lange in den Unterkünften ausharren und es gäbe viel weniger Probleme, die die Stadt und der SKF als beauftragter Verband mühsam wieder lösen müssten“.

„Geförderter Wohnraum bedeutet nicht nur günstige Mieten. Er ist der Schlüssel zu Teilhabe, Integration in Arbeit, Stabilität und einem solidarischen Miteinander. Deshalb brauchen endlich Taten statt Worte“. Christian Wiglow ist zuversichtlich, dass sich hier bald mehr bewegen wird.

Ein weiteres Thema war der aktuelle Stand der „Ratinger Strategie gegen Einsamkeit“. Nach der Forschung sind zwischen 5% und 15% aller Menschen aller Altersgruppen von Einsamkeit betroffen, also auch in Ratingen eine beachtliche Größenordnung. Dazu findet am 26.02.26 ein „Rundet Tisch“ statt. Rosa-Maria Kaleja, regte dazu an, bereits in den Haushaltsberatungen dafür Mittel bereitzustellen, um dann auch schnell in Handeln zu kommen. „Wir setzen uns für eine Stadt ein, in der Mehrgenerationentreffs, Senioreneinrichtungen und Orte der Begegnung flächendeckend vorhanden sind – wohnortnah, barrierefrei und offen für alle“, so Rosa-Maria Kaleja. „Auf diese gute Basis kann die Strategie gegen Einsamkeit aufbauen“.

Unterbringung und Integration Geflüchteter sind und bleiben eine weitere große Aufgabe im Sozialausschuss, auch bei rückläufigen Flüchtlingszahlen insgesamt. Die SPD-Fraktion setzt auf eine vorausschauende, strategische Unterbringungsplanung an integrierten Standorten mit Weitblick und weiß sich damit der Verwaltung in einem Boot. Dazu gehört auch die gute Arbeit der Flüchtlingsbetreuung durch die Caritas, die seit Jahren in Ratingen Standard ist. Wiglow machte deutlich: „Integration heißt für uns nicht nur ankommen dürfen, sondern gleichberechtigt mitgestalten können. Deshalb lehnen wir die Bezahlkarte für Geflüchtete weiter ab und setzen auf Wohnen statt Sammelunterkunft – auf Förderung statt Ausgrenzung.“

Im Sozialausschuss und im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration stellten die Verwaltung und Harald Filip gut, ausführlich und allgemeinverständlich die Entwicklung der Zahlen der Geflüchteten wie auch die genaue Situation in Ratingen dar, so der Vrsitzende. „Wer sich danach nicht umfänglich informiert fühlt“, so Christian Wiglow, „der will sich gar nicht informieren, wie so manche rechtsextremen Hetzer“.