Ratingen. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen reagiert mit großem Unverständnis auf die Pressemitteilung der CDU, wonach ein Ausflug zur Landesgartenschau in Neuss nun als Grundlage für politische Forderungen nach einer Landesgartenschau in Ratingen-West herangezogen werde.
Für die SPD steht hingegen fest: Im zuständigen Ausschuss bestand Einigkeit darüber, zunächst eine vereinfachte Machbarkeits- und Plausibilitätsbetrachtung zu erstellen und alle offenen Fragen sorgfältig zu klären, bevor Erwartungen geweckt oder „ungelegte Eier“ präsentiert werden.
„Wir nehmen mit Erstaunen zur Kenntnis, wie schnell hier aus einem Informationsbesuch politische Schnellschüsse abgeleitet werden“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow. „Eine fundierte Entscheidungsgrundlage entsteht nicht durch Schlagzeilen, sondern durch sorgfältige Prüfung. Genau deshalb haben wir uns im Ausschuss gemeinsam auf eine Machbarkeitsstudie verständigt.“
Wiglow betont zudem die Unterschiede zwischen den Vergleichsprojekten: „Neuss und Ratingen lassen sich in dieser Frage nur sehr bedingt vergleichen. Dort geht es um die Entwicklung einer ehemaligen Reitanlage, hier in Ratingen-West um einen ganzen Stadtteil mit einem etablierten, gut genutzten und derzeit für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei zugänglichen Areal rund um den Grünen See. Diese Ausgangslagen sind schlicht nicht identisch.“
Auch aus Sicht der örtlichen Vertreterin der SPD wird deutlich, worauf der Fokus liegen muss. „Für die Menschen in West sind nicht abstrakte Zukunftsvisionen entscheidend, sondern konkrete Verbesserungen im Alltag – und zwar jetzt, heute und morgen“, so Ratsfrau Manuela Höbler. „Eine mögliche Landesgartenschau kann eine spannende Idee sein, aber sie darf nicht dazu führen, dass bereits beschlossene Maßnahmen für den Stadtteil aufgeschoben oder relativiert werden.“
Die SPD betont, dass sie einer langfristigen Entwicklungsperspektive für Ratingen-West grundsätzlich offen gegenübersteht. Gleichzeitig warnt sie jedoch davor, den Stadtteil von kurzfristig umsetzbaren Verbesserungen abzulenken.
„Wir setzen klare Prioritäten“, so Wiglow abschließend. „Was den Menschen in West unmittelbar hilft, hat Vorrang. Und wir werden nicht akzeptieren, dass konkrete Projekte zugunsten vager Großprojekte auf die lange Bank geschoben werden.“


