Das Rathaus in Ratingen. Foto: Mathias Kehren
Das Rathaus in Ratingen. Foto: Mathias Kehren

Ratingen. Die SPD-Fraktion Ratingen unterstützt die Idee eines Dorfentwicklungs- und Zukunftskonzeptes für Homberg ausdrücklich. Auch den nun von CDU und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten Antrag trägt die SPD inhaltlich mit und wird daher dem Antrag als Mitantragsteller beitreten.


„Es ist richtig, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber zu sprechen, wie sich Homberg in den kommenden Jahren entwickeln soll“, erklärt Christian Wiglow, Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Uns geht es dabei nicht darum, wer am Ende unter einem Antrag steht, sondern darum, dass für Homberg ein guter und verbindlicher Prozess entsteht.“

Verwundert zeigt sich die SPD allerdings über den bisherigen Ablauf. Bereits in der konstituierenden Sitzung des Bezirksausschusses hatte die Verwaltung selbst ein Dorfentwicklungs- beziehungsweise Zukunftskonzept mit Bürgerbeteiligung angekündigt und eine ausführlichere Beratung in einer der kommenden Sitzungen in Aussicht gestellt.

Stattdessen wurde das Thema kurzfristig in ein informelles Treffen am 1. Juli aufgenommen, das ursprünglich wegen eines konkreten Bauvorhabens an der Dorfstraße angesetzt worden war. Eine reguläre Sitzung hatte wegen nicht eingehaltener Einladungsfristen seitens der Verwaltung nicht stattfinden können. Das Treffen war nicht öffentlich und wurde nicht protokolliert. Dort bat die Verwaltung die Politik nach übereinstimmender Darstellung verschiedener Teilnehmer schließlich darum, selbst einen Antrag für das Dorfentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen.

„Meine Skepsis richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Dorfentwicklungskonzept“, betont Pat Faßbender-Kreß, Ratsmitglied für Homberg. „Ich frage mich aber, wie die Verwaltung einen langfristigen Beteiligungsprozess glaubwürdig tragen und anschließend dessen Ergebnisse umsetzen will, wenn bereits der Start kommunikativ und organisatorisch so unklar verläuft.“

Gerade in Homberg gebe es seit Jahrzehnten Themen, bei denen trotz breiter Unterstützung wenig vorangekommen sei: damals die Mehrzweckhalle oder aktuell die Nahversorgung.

„Homberg fehlt es nicht an Ideen“, so Faßbender-Kreß. „Eine Zukunftswerkstatt darf deshalb nicht damit enden, dass Bürgerinnen und Bürger viele gute Vorschläge machen und diese anschließend in einer Schublade verschwinden. Wer Beteiligung verspricht, muss auch deutlich machen, wie daraus konkrete Entscheidungen, Zuständigkeiten und Umsetzung werden.“

Die SPD erwartet deshalb, dass die Verwaltung den weiteren Prozess transparent strukturiert und von Anfang an klärt, wie mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung weitergearbeitet werden soll.