Velbert. Der Bürgerverein Langenberg hat jüngst der Margarethenhöhe in Essen einen Besuch abgestattet.
Von Langenberg ging es für die Ausflügler zunächst mit der S-Bahn nach Essen und von dort mit der U-Bahn weiter zur Margarethenhöhe. Die historisch bedeutsame Margarethenhöhe ist ein kleines Dorf im Süden der Großstadt. Die Gartenstadt wurde 1906 von Margarethe Krupp anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet. Die von dem Architekten Georg Metzendorf entworfene Siedlung entstand zwischen 1906 und 1938. Laut Stiftungsurkunde sollte sie der sogenannten „minderbemittelten Klasse“ angemessenen Wohnraum zur Verfügung stellen.
„Es gab interessante Einblicke in die Geschichte“, freut sich Elke Brandes-Peter vom Bürgerverein. Am Brückentorhaus traf die Gruppe um 14:30 Uhr Jürgen Malone, den stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerschaft Margarethenhöhe. „Er nahm sich viel Zeit, um den Besucherinnen und Besuchern die Geschichte und Besonderheiten der Gartenstadt näherzubringen. Besonders beeindruckend: Kein Haus gleicht dem anderen. Unterschiedliche Haustüren, Giebel und bauliche Details verleihen der Siedlung ihren ganz besonderen Charakter“, so Brandes-Peter.
Die Margarethenhöhe gilt heute als eine der schönsten historischen Gartenstädte Deutschlands. 1948 wurde sie ein eigenständiger Stadtteil Essens, und bereits 1987 wurde die gesamte Siedlung unter Denkmalschutz gestellt.
Ein Blick in eines Wohnung von damals

Ein Höhepunkt des Rundgangs war die Besichtigung der Musterwohnung. Hierbei gewannen die Langenberger Ausflügler einen Eindruck davon, wie modern und komfortabel die Wohnungen für ihre damalige Zeit ausgestattet waren. In jedem Raum gab es eine Heizmöglichkeit. Die Wohnungen verfügten über ein Badezimmer mit Badewanne, eine getrennte Toilette, Dielenböden und ein eigenes Stück Erholungsgarten. Ziegen waren in der Siedlung allerdings nicht erlaubt – und auch Gemüseanbau war nicht vorgesehen. Ein Haus umfasste zwei bis vier Wohnungen auf bis zu zwei Stockwerken. Daneben gab es auch Einfamilienhäuser. Eines hatten jedoch alle Wohnungen gemeinsam: Sie wurden ausschließlich vermietet. „Wohnen kann hier im Übrigen jeder“, erklärt Jürgen Malone. Voraussetzung sei lediglich eine Bewerbung bei der Stiftung.
Den Abschluss des Rundgangs bildete ein Besuch des zufällig zeitgleich stattfindenden Feierabendmarktes auf dem Hauptplatz der Margarethenhöhe. Der Platz wurde rechtzeitig zum Besuch des Kaisers im Jahr 1912 fertiggestellt. Auf einer Seite befindet sich der ehemalige Kruppsche Konsum, heute ein Edeka-Markt. Das Gebäude wurde – sehr zum Missfallen des Architekten Georg Metzendorf – im Stil des KaDeWe in Berlin errichtet. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das ehemalige Gasthaus zur Margarethenhöhe, heute das Mintrops Stadthotel Margarethenhöhe. Dieses Gebäude fügt sich dagegen ganz in den Stil der übrigen Siedlung ein.
Bei Fischbrötchen, Eisbechern und anderen Leckereien ließ man den Nachmittag gemütlich ausklingen – dann ging es zurück nach Langenberg.


