Velbert. Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Ophelia Nick, Sprecherin für Landwirtschaftspolitik und Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, haben gemeinsam mit dem Grünen Landtagskandidaten Christian Pelikan den Bio-Hof „Hof zur Hellen“ im Windrather Tal besucht.
Dort trafen sie sich mit Bettina Wamsler, landwirtschaftliche Meisterin und Vorstand des gemeinnützigen Trägervereins Hof zur Hellen, und Grünen Mitgliedern aus Velbert zu einer Hofführung und einem politischen Austausch.
Das Windrather Tal in Velbert gilt weit über die Region hinaus als Schwerpunktgebiet des ökologischen Landbaus. Im Mittelpunkt des Austauschs standen zentrale Themen wie tiergerechte und ökologische Landwirtschaft, Frauen in der Landwirtschaft sowie innovative Konzepte zur natürlichen Wasserretention.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem diesjährigen Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 offiziell ausgerufen, um die gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Bedeutung von Landwirtinnen weltweit stärker sichtbar zu machen.
Ulle Schauws erklärt dazu: „Knapp 40 Prozent der Arbeit in der Land- und Ernährungswirtschaft weltweit wird von Frauen geleistet. Damit spielen Frauen eine zentrale Rolle für die globale Ernährungsversorgung. Dennoch werden Frauen strukturell benachteiligt und ihre Arbeit viel zu häufig nicht gesehen – so auch in Deutschland. Gut ein Drittel der in der Landwirtschaft Tätigen sind Frauen. Aber nur einer von zehn landwirtschaftlichen Betrieben hierzulande wird von Frauen geführt. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern Europas.“
Dr. Ophelia Nick ergänzt: „Die Gleichstellung von Frauen in der Landwirtschaft ist eine zentrale Zukunftsfrage. Wenn Frauen ihre Kompetenzen und Ideen nicht voll einbringen können, verliert die Landwirtschaft wertvolles Potenzial für Innovation und Zukunftsfähigkeit. Deshalb braucht es mehr Sichtbarkeit, verbindliche Beteiligung von Frauen in landwirtschaftlichen Gremien und eine gezieltere Förderung von Frauen in der Agrarpolitik.“
Dr. Ophelia Nick und Ulle Schauws betonen gemeinsam: „Die Gleichstellung von Frauen in der Landwirtschaft krankt nicht an einem Erkenntnisproblem, sondern an einem Umsetzungsproblem. Es braucht jetzt den politischen Willen der Bundesregierung, die strukturellen Hürden gezielt abzubauen.“
Natürliche Wasserretention als Antwort auf die Klimakrise
Auf dem Hof zur Hellen wurde außerdem eine neue Wasserretentionsfläche vorgestellt. Diese trägt dazu bei, Landschaften ökologisch zu stabilisieren und biologische Vielfalt, gesunde Wasserkreisläufe sowie ein ausgeglichenes Klima zu fördern.
Durch natürliche Wasserretention wird Regenwasser dort zurückgehalten, wo es fällt, und langsam durch die Landschaft geleitet. Dadurch können Dürren vorgebeugt, Hochwasserrisiken gesenkt, sowie die Grundwasserneubildung gefördert werden. Gleichzeitig entstehen wertvolle feuchte Biotope für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Dr. Ophelia Nick dazu: „Die Regeneration natürlicher Wasserkreisläufe ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Wasserretentionsflächen helfen dabei, Klimaextreme abzumildern, Landschaften widerstandsfähiger zu machen und die Landwirtschaft langfristig zu sichern. Sie verbinden Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft auf praktische Weise.“
Auch das Thema Tierwohl spielte beim Besuch eine wichtige Rolle. Auf dem Hof zur Hellen werden Rinder gehalten. Die Tiere sind Geschwister von Milchkühen der benachbarten Bio-Betriebe und sollen auch auf einem Demeterbetrieb aufwachsen können, obwohl sie nicht als Milchkühe heranwachsen. Darüber hinaus hält der Hof Schweine im Offenstall auf Stroh sowie Hühner in mobilen Ställen auf der Weide. Nach dem Prinzip der tierfreundlichen Zweinutzungshaltung werden auch die Brüder der Legehennen mit aufgezogen.
Christian Pelikan erklärt: „Wenn Tiere von Menschen gehalten werden, dann bitte so wie auf dem Hof zur Hellen. Die Rinder dürfen ihre Hörner behalten und haben große Weideflächen mit Bäumen und Sträuchern zur Verfügung. Die Hühner haben ausreichend Platz und können picken, scharren und sich zurückziehen, wann immer sie möchten. Den Hunden, Katzen, Vögeln, Regenwürmern und allem weiteren Lebewesen auf dem Hof geht es sichtbar gut.“
Der Besuch machte deutlich, wie eng ökologische Landwirtschaft, Tierwohl, Klimaanpassung und soziale Gerechtigkeit miteinander verbunden sind und welche wichtigen Impulse Höfe wie der Hof zur Hellen für die Zukunft der Landwirtschaft setzen.


