Bautafel auf Feld neben ländlichem Weg.
Das Neubaugebiet Fellershof von der Bonsfelder Straße gesehen. Hier führt die Stadt Velbert die Erschließung für ein Baugebiet von über 41.000 Quadratmetern Fläche durch. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Gestiegene Bauzinsen, hohe Immobilienpreise, teures Material – die Stimmung am Wohnungsmarkt ist nicht gut. Aber es gibt durchaus positive Nachrichten: Wer erstmalig ein Haus oder eine Wohnung zur Selbstnutzung bauen oder erwerben möchte, wird vom Land NRW mit den sogenannten „Öffentlichen Mitteln“ tatkräftig unterstützt.

Eine vierköpfige Familie in Velbert erhält ein vergünstigtes Darlehen von bis zu 196.000 Euro – bei einem Brutto-Jahresgehalt bis knapp 66.000 Euro. Das hat LBS-Gebietsleiter Bert Christoffel errechnet.

Anspruch haben alle Haushalte in NRW, die noch kein Wohneigentum haben und bestimmte Einkommensgrenzen unterschreiten. Und zwar unabhängig vom Alter und Familienstand, also auch Alleinstehende, Kinderlose oder Haushalte mit erwachsenen Kindern. Der Zinssatz für die Darlehen ist für 30 Jahre festgeschrieben und liegt bei lediglich 0,5 Prozent plus einem Verwaltungskostenaufwand von weiteren 0,5 Prozent. Im Vergleich dazu: Die Zinssätze bei Banken liegen derzeit bei rund vier Prozent. Besonders attraktiv werden die öffentlichen Mittel auch durch den Tilgungsnachlass des Landes, 10 Prozent der Darlehenssumme müssen nicht zurückgezahlt werden.

Die günstigen Darlehen des Landes sollen Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf dem Weg ins Wohneigentum entlasten. Darum gelten für die Vergabe Einkommensgrenzen. Werden diese um bis zu 40 Prozent überschritten, können die öffentlichen Mittel immer noch in Anspruch genommen werden, allerdings nicht mehr in voller Höhe.

Turnusgemäß wurde in diesem Jahr – abhängig von den Immobilienpreisen – die Zuordnung der Gemeinden zu den Kostenkategorien 1 bis 4 geprüft. Velbert ist weiterhin in die Kategorie 3 eingeordnet. Je größer die Kostenkategorie einer Gemeinde, desto höher ist das Grunddarlehen. Entsprechend liegt die Grundförderung in Velbert bei 148.000 Euro – bei Überschreitung der Einkommensgrenzen sind es 60.000 Euro weniger. Dazu kommen bis zu 24.000 Euro je Kind oder Schwerbehindertem sowie weitere Fördermöglichkeiten. Wer zum Beispiel mit Holz baut, erhält 17.000 Euro zusätzlich, bei Barrierefreiheit sind es 11.500 Euro.

„Die Förderung des Landes kann gerade für Haushalte mit geringerem Einkommen die entscheidende Hilfe für den Schritt ins Wohneigentum sein“, ist Bert Christoffel überzeugt. Wichtig sei vor allem, dass die Mittel vor Baubeginn oder Unterzeichnung des Kaufvertrags beantragt werden.