Velbert. Wie sich jüdisches Leben in Deutschland heute gestaltet, ist Thema eines Vortrags- und Gesprächsabend am Dienstag, 23. Juni, ab 19 Uhr im Foyer des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums, Heinz-Schemken-Platz 1.
Judith Neuwald-Tasbach, gibt Einblicke in die bewegende Geschichte ihrer Familie – eine Geschichte von Heimat, Verlust und Neubeginn. Dabei geht sie mit den Veranstaltungsteilnehmenden ins Gespräch und der Frage nach, was es bedeutet, nach der Shoa weiterzuleben und wie jüdische Menschen heute ihren Alltag in Deutschland erleben. Das Velberter Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ lädt gemeinsam mit dem Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum und der Stadt Velbert zu der Veranstaltung ein.
Die Geschichte der Familie Neuwald ist eng mit dem Wiederaufbau jüdischen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Judith Neuwald-Tasbachs Vater Kurt Neuwald überlebte die Konzentrationslager und kehrte nach dem Krieg nach Gelsenkirchen zurück. Dort engagierte er sich maßgeblich für den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Zentralrats der Juden in Deutschland und leitete die Gemeinde über viele Jahre hinweg. Gemeinsam mit anderen Überlebenden legte er den Grundstein für jüdisches Leben in Deutschland, so wie wir es heute kennen.
Auch Judith Neuwald-Tasbach selbst setzte dieses Engagement fort. Unter ihrer Leitung entstand die neue Synagoge in Gelsenkirchen, und auch sie prägte die Gemeinde viele Jahre als Vorsitzende. Bis heute setzt sie sich unermüdlich dafür ein, Brücken zu bauen – sei es in der Ausbildung junger Polizisten oder in Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, denen sie jüdisches Leben nahebringt.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


