Zurück auf der Tanzfläche: Nach ihrer Knie-OP tanzt Karen Jentzen wieder schmerzfrei und voller Lebensfreude. Foto: Karen Jentzen
Zurück auf der Tanzfläche: Nach ihrer Knie-OP tanzt Karen Jentzen wieder schmerzfrei und voller Lebensfreude. Foto: Karen Jentzen

Velbert. Karen Jentzen, 60 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Hamburg, ist eine Frau, die das Leben in vollen Zügen genießt – am liebsten mit Geschwindigkeit. Ob auf Skiern, in einem schnellen Auto oder auf dem Tanzparkett – Bewegung und Geschwindigkeit sind ihr Lebenselixier. Doch seit mehr als 40 Jahren begleitet sie ein unliebsamer Gefährte: der ewige Schmerz in ihrem Knie.


Bereits im Alter von 21 Jahren erlitt Karen Jentzen ihre erste Knieverletzung bei einem Volleyballspiel, wie das Helios-Klinikum Niederberg berichtet. „Ein angerissener Innenmeniskus wurde geglättet, und zunächst schien alles gut. Doch 20 Jahre später stürzte sie erneut, und der bereits behandelte Meniskusriss musste ein weiteres Mal operiert werden. Diesmal erhielt sie jedoch eine Diagnose, die ihre sportliche Leidenschaft dauerhaft beeinflussen sollte: Arthrose im Kniegelenk. Mit der Zeit stellten die Ärzte zudem fest, dass auch andere Gelenke von der Krankheit betroffen waren.“

In den folgenden Jahren habe sich ihr Allgemeinzustand zunehmend verschlechtert, so die Klinik zu der Patientengeschichte. Die Schmerzen im Knie seien unerträglich geworden, Treppensteigen zur Tortur und lange Spaziergänge seien nicht mehr möglich gewesen. Karen Jentzen konnte kaum noch ihren geliebten Sport ausüben, obwohl sie sich mit Schmerzmitteln und Hyaluron-Spritzen über Wasser hielt. Doch die ständigen Schmerzen und die Einschränkungen machten ihr Leben immer schwerer. „Schicke Schuhe blieben im Regal stehen“, erzählt sie, „und Kopfsteinpflaster war für mich nicht mehr begehbar.“

Die Entscheidung, sich eine Knie-Totalendoprothese (TEP) einsetzen zu lassen, war für Frau Jentzen eine schwere. In ihrem Kopf schwirrten die Erfahrungen ihres Vaters, dessen Körper eine ähnliche Operation nicht gut verkraftet hatte. Doch nach gründlicher Recherche und vielen Arztgesprächen, darunter ein aufmunterndes Treffen mit Dr. med. Freudewald, leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologieam Helios Klinikum Niederberg, entschied sie sich schließlich, den Eingriff zu wagen. „Er sagte mir, dass ich wieder tanzen und Skifahren können werde, wenn ich bereit bin, hart zu arbeiten. Und das war ich.“

Die Operation im Januar 2024 verlief reibungslos. Dank eines erfahrenen Ärzteteams und einer intensiven Rehabilitation begann Frau Jentzen Schritt für Schritt, ihr altes Leben zurückzugewinnen. „Die ersten Schritte nach der Operation fühlten sich unglaublich gut an. Die Physiotherapeuten halfen mir, langsam wieder zu laufen und ich wusste: Es geht bergauf.“

Nach der Entlassung folgten intensive Wochen mit täglichem Training und Physiotherapie. Trotz Schmerzen und Rückschlägen kämpfte sie sich zurück. Sie trainierte bis zu achtmal pro Woche, machte Krafttraining und Dehnübungen und ertrug die Strapazen der Rehabilitation mit einem klaren Ziel vor Augen: Sie wollte wieder tanzen.

Sieben Wochen nach der Operation war es dann soweit. Frau Jentzen stand wieder auf dem Tanzparkett. „Zum ersten Mal nach Jahren wagte ich es, meine 6 cm hohen Tanzschuhe wieder anzuziehen. Als ich den Wiener Walzer hörte, zog es mich magisch auf die Tanzfläche“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. „Es war der Moment, den nur Tänzerinnen und Tänzer verstehen können. Die anderen Paare blieben stehen und überließen uns die Tanzfläche – es war ein Augenblick der puren Freude.“

Heute, noch kein Jahr nach der Operation, hat Karen Jentzen ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen. Sie tanzt wieder, läuft auf Kopfsteinpflaster und steigt mühelos aus dem Auto. „Ich danke dem Team des Helios Klinikums Niederberg, das mir so viel neue Lebensqualität zurückgegeben hat“, sagt sie rückblickend. „Ohne die Unterstützung meiner Familie, Freunde und des medizinischen Personals hätte ich das nicht gepackt.“