Velbert. Die SPD-Ratsfraktion Velbert hält an ihrer Kritik an der geplanten Rückkehr vom Deutschlandticket Schule zum SchokoTicket fest.
Nach der Beratung eines Bürgerantrags im Haupt- und Finanzausschuss und nach weiteren Informationen zur Finanzierung sieht die SPD eine neue Sachlage. Aus Sicht der Fraktion darf die Mobilität von Schülerinnen und Schülern nicht für eine am Ende nur geringe tatsächliche Einsparung eingeschränkt werden.
Hintergrund ist die Entscheidung der Stadt Velbert, zum Schuljahr 2026/2027 wieder vom Deutschlandticket Schule auf das SchokoTicket des VRR umzusteigen. Die Verwaltung hatte dies unter anderem mit Einsparungen im Haushalt begründet und bislang darauf verwiesen, dass eine Frist zum Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bereits abgelaufen sei. Nach den der SPD-Ratsfraktion inzwischen vorliegenden Informationen durch die Stadtverwaltung besteht diese Ausschlussfrist in dieser Form jedoch nicht mehr. Damit gibt es aus Sicht der SPD weiterhin Handlungsmöglichkeiten.
Auch finanziell stellt sich die Lage nach Auffassung der SPD anders dar als zunächst dargestellt. Zwar kann die Stadt im eigenen Haushalt rechnerisch Mittel einsparen. Gleichzeitig entstehen durch den Wegfall des Deutschlandtickets Schule jedoch Mindereinnahmen bei der Velberter Verkehrsgesellschaft. Unter dem Strich gehe es daher nach aktuellen Informationen nicht mehr um rund 115.000 Euro beziehungsweise 125.000 Euro im kommenden Haushaltsjahr, sondern allenfalls um eine tatsächliche Entlastung von etwa 35.000 Euro.
„Wenn am Ende rund 35.000 Euro übrig bleiben, dann steht diese Einsparung in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der für Schülerinnen, Schüler und Familien entsteht. Für diesen Betrag jungen Menschen ein deutschlandweit nutzbares Ticket wegzunehmen, ist aus unserer Sicht politisch nicht vertretbar“, erklärt Shamail Arshad, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Velbert.
Unterstützung erhält die SPD-Ratsfraktion auch aus der Elternschaft. Jennifer Polat, Schulpflegschaftsvorsitzende der Gesamtschule Velbert-Mitte und stellvertretende Vorsitzende der Landeselternschaft, hatte einen Bürgerantrag eingebracht. Darin wird deutlich, dass die Kritik nicht nur von einzelnen Eltern kommt. Neben der Gesamtschule Velbert-Mitte wird der Antrag auch in Zusammenarbeit mit der Schulpflegschaft der Realschule Kastanienallee getragen. Zudem werden weitere Gespräche mit Elternvertretungen des GSG, der Martin-Luther-King-Schule sowie Eltern des NEG angesprochen.
„Viele Eltern verstehen nicht, warum die Stadt Velbert ausgerechnet bei der Mobilität von Kindern und Jugendlichen sparen will. Das Deutschlandticket Schule bedeutet für Familien weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und echte Entlastung im Alltag. Es geht eben nicht nur um den Weg zur Schule, sondern auch um Freizeit, Sport, Familie, Freundinnen und Freunde“, erklärt Jennifer Polat.
Auch die Beratung im Haupt- und Finanzausschuss zeigt aus Sicht der SPD, dass die Debatte politisch noch nicht beendet ist. Während CDU und weitere Fraktionen der ablehnenden Haltung der Verwaltung folgten, enthielt sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
„Wenn sich Eltern mehrerer Schulen zu Wort melden, die angebliche Frist nicht mehr entgegensteht und die tatsächliche Einsparung nur einen Bruchteil der bisher genannten Summe beträgt, dann muss die Stadt ihre Entscheidung noch einmal überdenken. Wir werben weiter dafür, beim Deutschlandticket Schule zu bleiben. Es geht hier um die Mobilität junger Menschen in unserer Stadt“, so Arshad abschließend.


