
Düsseldorf. Ein schlecht abfließender oder gar verstopfter Abfluss gehört zu den häufigsten Haushaltsproblemen – doch chemische Rohrreiniger sind oft keine gute Lösung.
„Aggressive Mittel greifen nicht nur Rohrleitungen an, sondern belasten auch Gewässer und Kläranlagen“, erklärt Manuela Lierow, Abwasserexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Schon mit einfachen Hilfsmitteln lässt sich die Ursache meist schnell und umweltfreundlich beseitigen und man verhindert, dass es wieder zu einer Verstopfung kommt.“
Vorbeugen
Im Bad verhindern passende Siebe, dass lange Haare in die Abwasserleitungen gelangen und zu Verstopfungen führen. Ein Abflusssieb in der Küche fängt feste Essensreste auf, bevor sie in das Abwasserrohr gelangen. Zudem sollte Fett oder Öl niemals pur oder in großen Mengen über den Abfluss entsorgt werden, da sich diese Substanzen beim Auskühlen in den Rohren verfestigen und Verstopfungen begünstigen können. Besser die Reste vom Fondue-Fett oder aus der Fritteuse in einem Behälter sammeln und über den Restmüll entsorgen. Zur Vorbeugung von Rohrverstopfungen empfiehlt es sich, einmal wöchentlich kochendes Wasser in die Abflüsse von Bad und Küche zu kippen. Dies hilft, Fett- und Seifenreste zu lösen und wegzuspülen.
Mechanik schlägt Chemie
Fließt das Wasser nicht mehr richtig ab, lohnt sich der Griff zu umweltfreundlichen Werkzeugen wie Saugglocke oder Rohrspirale. Diese entfernen Ablagerungen zuverlässig. Eine Saugglocke (Pömpel) löst Blockaden durch Unterdruck, während die Spirale tiefsitzende Verstopfungen mechanisch beseitigt. Beide Geräte sind preiswert im Baumarkt erhältlich und können mehrfach verwendet werden. Chemische Reiniger sollten nur als letzte Option eingesetzt werden, da sie Materialien angreifen und Dichtungen beschädigen können.
Sauberer Siphon
Häufig liegt die Ursache der Verstopfung direkt unterhalb des Waschbeckens. In solchen Fällen kann der Siphon vorsichtig abgeschraubt und manuell gereinigt werden. Ein aufgestellter Eimer verhindert Wasserschäden. Nach dem Entfernen der Ablagerungen sollte das Rohrstück sorgfältig wieder montiert und auf Dichtheit überprüft werden. Eine regelmäßige Reinigung beugt erneuten Verstopfungen zuverlässig vor.
Sparsam einsetzen
Zur Reinigung von Abflüssen und Toiletten reicht meist schon ein kleiner Spritzer Putzmittel aus. Überdosierungen führen nicht zu besseren Ergebnissen, sondern belasten Umwelt und Leitungen. Chemische Rohrreiniger, Desinfektionsmittel sowie WC-Steine tragen zur Bildung von Ablagerungen bei und schaden der Wasserqualität. Um fettige Verschmutzungen im Abfluss zu lösen, hilft es, ein bis zwei Esslöffel Natron in heißem Wasser aufzulösen und vorsichtig in den Abfluss zu gießen.
Bei hartnäckigen Fällen
Bei tief sitzenden oder wiederkehrenden Verstopfungen ist die Unterstützung eines Fachbetriebs für Rohrreinigung erforderlich. Seriöse Unternehmen arbeiten mit professionellen Geräten und verzichten nach Möglichkeit auf chemische Zusätze. Transparente Preise, geprüfte Qualifikationen, korrekte Impressumsangaben und eine örtliche Telefonnummer sind wichtige Anhaltspunkte, wenn es um die Auswahl eines zuverlässigen Dienstleisters geht. Um im Ernstfall nicht auf einen betrügerischen Notfall-Rohrreiniger hereinzufallen, hilft es, vorab Kontaktdaten mehrerer tatsächlich existierender Anbieter parat zu haben.
Umweltgerechte Entsorgung
Reste chemischer Reiniger gelten als Sondermüll und dürfen nicht über den Abfluss entsorgt werden, sondern sind bei örtlichen Schadstoffsammelstellen abzugeben. Leere Verpackungen können über die Wertstoffsammlung entsorgt werden. So werden Abwasser, Umwelt und Rohrleitungen nicht belastet.

