
Wülfrath/Basel. Priscilla Presley hat in Basel einen schwarzen Gürtel ehrenhalber erhalten. Übergeben worden ist die Auszeichnung vom zweifachen Sportkarate-Weltmeister Sascha de Vries, der auch in Wülfrath als Karatelehrer aktiv ist, im Anschluss an ihren Bühnenabend am 24. Oktober.
Die Ehrung des Fachverbands Kampfkunst Kollegium würdigt Presleys langjährige Beschäftigung mit den Kampfkünsten, über die sie unter anderem in Büchern und Interviews berichtet hat. Die Urkunde trägt die Unterschriften von de Vries und Antonius Dietl, bekannt als Toni Dietl. Für den auch in Wülfrath tätigen Kampfkunstlehrer verbindet die Begegnung seine berufliche Arbeit mit einem frühen persönlichen Interesse. Als Vierjähriger begeisterte er sich für einen Elvis-Film. Später entdeckte er die Verbindung des Sängers zum Karate. Auch Priscillas Training und ihre Berichte darüber bestärkten seine Neugier auf die Kampfkunst.
Persönlich begegnet waren sich beide bereits zuvor: Bei einer Konzertveranstaltung zu Ehren von Elvis Presley in Frankfurt hatte der heute 50-Jährige gemeinsam mit seinem Sohn Liam kurz mit ihr gesprochen. In Basel trat er ihr nun als Überbringer der Auszeichnung gegenüber.
Verbindungen zur Kampfkunstgeschichte der Presleys
Elvis trainierte während seiner Militärzeit in Deutschland bei Jürgen Seydel, einem Wegbereiter des deutschen Karate. Die Kampfkunst begleitete ihn danach über Jahrzehnte: Er erhielt mehrere Schwarzgurtgrade, zuletzt den achten Dan. Auch Priscilla fand Zugang zum Karate und nahm Privatunterricht bei Chuck Norris.
Norris begegnete de Vries sowohl bei der German Comic Con in Dortmund als auch bei der Martial Arts SuperShow in Las Vegas. In Dortmund traf er außerdem Vertreter von Century Martial Arts und der United Fighting Arts Federation, der Organisation von Chuck Norris. Die SuperShow verbindet eine Fachmesse mit Business- und Trainingsseminaren. Veranstaltet wird sie von Century Martial Arts, dem weltweit größten Hersteller und Anbieter von Kampfsportausrüstung, gemeinsam mit der Martial Arts Industry Association.
Mit Bill „Superfoot“ Wallace, der mit Elvis trainierte, absolvierte de Vries zudem mehrfach Trainingseinheiten und tauschte sich bei zahlreichen Gesprächen aus.
Impulse für Kinderunterricht und berufliche Ausbildung
De Vries betreibt seit 1988 Kampfkunst. Aus seiner Wettkampflaufbahn entwickelte sich eine Tätigkeit als Lehrer, Schulgründer und internationaler Referent. Seine Karate Fachsportschulen sind heute auch in Wülfrath tätig.
Über seine eigenen Schulen hinaus ist de Vries international als Experte für Kinderunterricht in der Kampfkunst tätig. Sein Drei-Säulen-Programm verbindet altersgerechtes Kampfkunsttraining mit Sicherheits- und Charakterschulung anhand eigener Lehrpläne. Gefahrenerkennung, persönliche Grenzen und respektvolles Verhalten gehören dabei ebenso zum Unterricht wie die körperlichen Übungen.
Ehemalige Mitarbeiter und Auszubildende gründeten eigene Kampfsportschulen und übernahmen Elemente dieses Ansatzes. Dadurch fanden die von ihm entwickelten Unterrichtskonzepte auch außerhalb seiner eigenen Standorte Anwendung und beeinflussten die Gestaltung des Kinderunterrichts in weiteren Schulen.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die berufliche Qualifizierung in Kampfsportschulen. In seinen Karate Fachsportschulen verband de Vries Berufsausbildungen und duale Studiengänge mit der praktischen Tätigkeit im Unterricht. Damit schuf er Ausbildungswege, die über die klassische Qualifizierung zum Kampfkunsttrainer hinausgehen. Ausgebildete Fachkräfte trugen diese Erfahrungen anschließend auch in eigene Unternehmen.
Seine Erfahrungen als Kinderkampfkunstexperte und Schulgründer vermittelt de Vries zudem auf internationalen Fachveranstaltungen. Beim EFC Summit 2025 in Australien hielt er zwei Keynotes zu Unterrichtsgestaltung, Kommunikation und der Entwicklung von Lehrkräften. Die Zeitung Coast Community News berichtete darüber und bezeichnete den Summit als Australiens einflussreichste Veranstaltung für Führungskräfte der Kampfsportbranche. Weitere Vortragsauftritte führten ihn unter anderem in die USA, nach Mexiko und Großbritannien sowie zu Veranstaltungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Seinen Lebensweg griffen auch das international in neun Sprachen erscheinende Fachmagazin Budo International mit einer Titelgeschichte und die auf Prime Video verfügbare Reihe „Selfmade“ mit einem 43-minütigen Interview auf.
Mit der Ehrung Priscilla Presleys führte dieser berufliche Weg zurück zu einer frühen persönlichen Inspiration: Die Frau, deren Beschäftigung mit Karate ihn einst interessierte, nahm nun eine Auszeichnung entgegen, die er ihr selbst übergeben konnte.

