Christa Hoffmann bei einer Stadtführung in Wülfrath. Foto: Kling

Wülfrath. Das Niederbergische Museum Wülfrath, die Gleichstellungsstelle und das Frauen-Netzwerk Wülfrath laden ein zu einem Rundgang zum Thema „Frauenbilder“ am Sonntag, 11. Oktober, ein. Start ist um 14 Uhr vor der Museum. 


Christa Hoffmann führt die Gäste bei einem Rundgang unter dem Titel „Frauenbilder“, der ausdrücklich auch für „Mannsbilder“ geeignet ist, durch Wülfrath. Dabei geht es um Frauen, ihre Geschichten und ihre Spuren in der Stadt.

Gegen 15 Uhr kehrt die Gruppe ins Niederbergische Museum zurück. Bei Kaffee und Waffeln nimmt Christa Hoffmann die Gäste mit in das Flandersbach des Jahres 1907. Sie liest aus dem Buch „Mord in Flandersbach“ von Johannes Großkortenhaus.

Am Morgen des 16. November 1907 erschütterte die Nachricht vom gewaltsamen Tod Wilhelm Hamms das kleine Dorf Flandersbach. Was auf dem Hof Ewalds tatsächlich geschah, wurde nie vollständig aufgeklärt und beschäftigte die Menschen noch viele Jahre später. Die Geschichte erzählt zugleich vom Schicksal einer Frau und ihrer Kinder und davon, wie mit ihnen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts umgegangen wurde.

Mit dabei sind auch Dr. Jutta de Jong, die seinerzeit Redaktion und Gestaltung des Buches übernommen hatte, sowie Renate Tertel, die aus ihrer Arbeit mit straffällig gewordenen Müttern und ihren Kindern berichten kann.

Mehr als ein Jahrhundert nach dem Geschehen soll die Geschichte an diesem Nachmittag noch einmal ans Licht geholt werden. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich der Umgang mit Opfern und betroffenen Familien seitdem verändert hat und wie Schutz und Unterstützung heute aussehen.

So wird der rätselhafte Mordfall von 1907 zugleich zu einem Stück Wülfrather Sozialgeschichte.