Bei der Senioren-Union Wülfrath ist der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Martin Sträßer zu Gast gewesen. Foto: Büro Sträßer
Bei der Senioren-Union Wülfrath ist der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Martin Sträßer zu Gast gewesen. Foto: Büro Sträßer

Wülfrath. Dunja Baumhardt, Vorsitzende der Senioren-Union Wülfrath, und ihr Team hatten reichlich zum Frühstück aufgetischt. Und die Geschäftsstelle war bis auf den letzten Tag besetzt.  Schwer verdaulich war dagegen das Thema „Rentenreform“.


Der örtliche Landtagsabgeordnete Martin Sträßer trug die Vorschläge der Rentenkommission vor, die eine intensive Diskussion auslösten. Ziel sei es, eine verlässliche Absicherung im Alter zu gewährleisten, ohne die Beitragszahlenden sowie den Bundeshaushalt dauerhaft zu überfordern.

Sträßer erläuterte zunächst den Reformbedarf: „Die Zahl der Beitragszahlenden sinkt, die Zahl der Rentenbeziehenden steigt. 1990 in gut zehn Jahren sind es nur noch. Ohne Veränderungen würden die Beiträge weit über 20 Prozent ansteigen müssen.“

Auch das angestrebte – rein statistische – Rentenniveau von 48 Prozent könne kaum gehalten werden, zumal die Lebenserwartung und damit die Zeit des Rentenbezugs weiter steige. Sträßer: “Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung beträgt 2026 bereits knapp 128 Milliarden Euro – rund Zweitdrittel des Sozialhaushaltes rund ein Viertel des Bundeshaushaltes.“

Deshalb sei eine Reform zwingend notwendig und werde schmerzhafte Veränderungen mit sich bringen. Für die Politik sei das deshalb nicht einfach: „Die heutigen Rentnerinnen und Rentner haben ihre Renten verdient und müssen sich darauf verlassen können. Aber für zukünftige Rentenbezieher wird es Veränderungen geben müssen“, betonte Sträßer. Dazu zählt unter anderem eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und auch eine Einschränkung des früheren Rentenbezug.

Die Politik trage auch Verantwortung für die nachfolgenden Generationen: „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkelkinder gute Arbeitsplätze vorfinden, von ihrem Einkommen eine Familie ernähren, und selbst eine verlässliche Altersversorgung aufbauen können.“ Dazu gehöre eine Ergänzung der umlagefinanzierten Rente durch kapitalgedeckte Elemente sowie eine Verstärkung von Betriebsrente und privater Altersvorsorge.

Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion. Der grundsätzliche Reformbedarf wurde zwar anerkannt, aber einzelne Maßnahmen fanden durchaus auch Kritik. Begrüßt wurde aber, dass die Vorschläge von einer unabhängigen und weitgehend mit Fachleuten besetzen Kommission gemacht wurde. Es bestand Einigkeit, dass sich dann auch die Bundesregierung und dies sie tragenden Fraktionen darauf stützen.

Sträßer: „Es geht nicht um ein Gegeneinander der Generationen. Eine gute Rentenpolitik verbindet Respekt vor der Lebensleistung der heutigen Rentnergeneration mit Verantwortung für die Beitragszahlenden von heute und morgen. Beides gehört untrennbar zusammen.“