Wülfrath. Ein schwieriges Jahr, auch mit vielen Ungewissheiten für die weitere Entwicklung, neige sich dem Ende entgegen, heißt es vom Trägerverein des Niederbergischen Museums. Die Bilanz im Corona-Jahr fällt entsprechend aus.
Hoffnungsvoll begonnen habe man beim Trägerverein das Jahr 2020, mit vielen geplanten Veranstaltungen und neuen Ideen zur weiteren Entwicklung der Attraktivität des Museums. Dann kam der März – und damit Corona.
„So standen in diesem Jahr die Räumlichkeiten für Besucher und für die traditionelle Bergische Kaffeetafel nur knapp vier Monate offen“, resümieren die Vereinsverantwortlichen. „Dieses Herunterfahren beinahe aller Aktivitäten hat natürlich Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Trägervereins, die ohnehin nur auf der Basis des unermüdlichen Einsatzes der über 60 ehrenamtlich Tätigen gerade so ohne größere Verluste in den letzten Jahren bilanziert werden konnte.“
Die Zwangspause hat der Trägerverein genutzt. So wurden im Frühjahr mehrere Räume, hier vor allem der Herminghaus-Raum, mit neuem Bodenbelag versehen. „Der mit Originalmöbeln aus dem vorletzten Jahrhundert eingerichtete Saal wirkt nun noch eleganter und versetzt den Besucher nachhaltig in die Wohnkultur des gehobenen Bürgertums des 19. Jahrhunderts“, resümiert man beim Trägerverein. Diese Renovierungen hätten nicht unmaßgeblich zu einer weiteren Attraktivität des Niederbergischen Museums beigetragen.
Sogar Grund zur Freude gab es in 2020, nämlich bei der Verleihung des ersten Heimatpreises in Wülfrath, mit dem das Niederbergische Museum bedacht wurde. „Damit wurde nicht nur sein erfolgreiches Wirken für die Aufrechterhaltung traditioneller bergischer Essensgebräuche, sondern generell die erfolgreiche museumspädagogische Arbeit gewürdigt, die jährlich circa 5.000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet nach Wülfrath lockt“, freut man sich beim Trägerverein.
Präsenzbibliothek im Museum eingerichtet
Außerdem wurde in diesem Jahr eine Präsenzbibliothek eingerichtet, die einen Überblick über die Wülfrather Stadtgeschichte, die Gründung von Handwerks- und Industrieunternehmen, das Vereinsleben und das Wirken bekannter Personen ermöglicht. Über 200 Werke umfasst diese Sammlung bereits.
„Ein gemütliches Sofa lädt zu einem kurzweiligen Verweilen und Schmökern in einer nach Sachgebieten übersichtlich gegliederten Sammlung von Heften, Büchern, Aufzeichnungen der Entwicklungsgeschichte Wülfraths ein“, lädt der Museumsverein ein. Die Sammlung an zeitgeschichtlichen Dokumenten soll noch erweitert werden: Bürgerinnen und Bürger können sich daran beteiligen und Schriftstücke, etwa Dachbodenfunde, über ehemalige Firmen, Gründungsveranstaltungen von Vereinen, Jubiläen und Ehrungen zur Verfügung stellen.
Zu erreichen ist das Niederbergische Museum wieder ab dem 11. Januar unter der Rufnummer 02058 782 66 90 oder per E-Mail an: niederbergischesmuseum@gmx.de.