Wülfrath. Vor einer anspruchsvollen Hürde stehen die Drittliga-Handballerinnen des TB Wülfrath am kommenden Samstag, 7. November: Ab 19:30 Uhr gastiert das Team von Jan Artmann und Jörg Büngeler bei der TSG Mainz-Bretzenheim. Bei den Gastgeberinnen handelt es sich um kein gewöhnliches Mittelfeld-Team, sondern um den amtierenden Drittliga-Meister der vergangenen Saison.
Die Mannschaft von TSG-Trainerin Katrin Siemon sicherte sich im Vorjahr den Titel, musste jedoch auf die Aufstiegsrelegation verzichten, da die strengen wirtschaftlichen Auflagen des DHB für die 2. Bundesliga vom Verein nicht zu stemmen waren. Auch vor der laufenden Spielzeit kommunizierten die Mainzer Verantwortlichen frühzeitig, dass ein Gang in das Unterhaus aus finanziellen Gründen ausgeschlossen bleibt. In der Folge verließen etliche gestandene Kräfte und Nachwuchstalente die TSG.
Dennoch legten die Rheinhessinnen mit 8:2 Punkten – inklusive eines beachtlichen Zählergewinns beim 1. FC Köln – einen fulminanten Auftakt hin. Zuletzt geriet der Motor der TSG jedoch etwas ins Stocken: Nach einer knappen 26:27-Niederlage in Aldekerk folgte am vergangenen Spieltag eine deutliche Zehn-Tore-Klatsche beim PSV Recklinghausen.
Wülfraths Co-Trainer Jörg Büngeler stellt seine Mannschaft daher auf eine wütende Mainzer Reaktion ein: „Die TSG ist ganz stark in diese Saison gestartet, hat zuletzt aber etwas Sand im Getriebe gehabt. Aus dem Mainzer Umfeld ist der Tenor nach den letzten Auftritten ganz eindeutig gewesen: Die jüngsten Ergebnisse haben ihren tatsächlichen Leistungsstand nicht widergespiegelt und sie haben gegen uns unbedingt eine Trotzreaktion zeigen wollen. Wir dürfen uns am Samstag somit auf einen absolut topmotivierten Kontrahenten einstellen.“
Der TBW reist nach dem dramatischen 28:27-Auswärtserfolg beim TV Aldekerk allerdings mit breiter Brust nach Mainz. Die Rolle in fremden Hallen liegt den Wülfratherinnen in dieser Spielzeit bislang blendend: Drei Siege aus drei Auswärtspartien sprechen eine deutliche Sprache.
„Wir sind nach dem Erfolg in Aldekerk mit richtig viel Selbstvertrauen in die Trainingswoche gegangen“, betont Büngeler. „Auswärts ist es für uns bisher einfach hervorragend gelaufen – wir haben bei allen drei Gastspielen beide Punkte mit nach Hause genommen. Und genau dieses Gefühl haben wir am Samstag natürlich erneut erleben wollen.“
Um auf rheinhessischem Boden zu bestehen und das eigene Punktekonto auf 8:8 auszugleichen, bedarf es laut dem Co-Trainer einer fehlerfreien Vorstellung auf höchstem Niveau: „Um dort etwas Zählbares mitzunehmen, haben wir definitiv an unserer oberen Leistungsgrenze spielen müssen. Es ist absolut notwendig gewesen, im Training den Hebel bei der Fehlerquote anzusetzen und eine kompromisslose Deckung einzuspielen, über die wir einfache Gegenstoßtore erzielen. Gelingt uns der Auswärtssieg, haben wir den Sprung ins gesicherte Mittelfeld geschafft – andernfalls ist der Blick in der Tabelle direkt wieder nach unten gerichtet.“


