Damals feierten sie gemeinsam die Stadtmeisterschaft 1968: Das Dornaper Urgestein Erwin Augustat war damals der Trainer des Nachwuchsteams. Er ist auf dem historischen Foto zu sehen mit Ralf Heuberger, Reiner Plewe, Bern Schmieder, Hans Werner Ederer, Fredie Zinapoldt, Rolf Augustat, Karl-Heinz Zimmermann, Siegfried Götz, Wolfram Jung, Georg Brehm, Randolf Dunkel und Bernd Streich. Foto: privat
Damals feierten sie gemeinsam die Stadtmeisterschaft 1968: Das Dornaper Urgestein Erwin Augustat war damals der Trainer des Nachwuchsteams. Er ist auf dem historischen Foto zu sehen mit Ralf Heuberger, Reiner Plewe, Bern Schmieder, Hans Werner Ederer, Fredie Zinapoldt, Rolf Augustat, Karl-Heinz Zimmermann, Siegfried Götz, Wolfram Jung, Georg Brehm, Randolf Dunkel und Bernd Streich. Foto: privat

Wülfrath. Für acht ehemalige D-Jugendkicker des TSV Einigkeit Dornap-Düssel hat ein Treffen der besonderen Art stattgefunden: Sie sahen nach 55 Jahren ihre Teamkollegen wieder. 

Im Fußball tickten die Uhren vor rund einem halben Jahrhundert noch anders. Alles ging gemächlicher zu, „wichtig war auf’m Platz“. Bei den Erwachsenen war das so, auch beim Nachwuchs. Nach 55 Jahren hat die Mannschaft der D-Jugend des TSV Einigkeit Dornap-Düssel, ein Traditionsverein in der Region, ein Wiedersehen gefeiert. Es war eine Art sportliches Klassentreffen. Acht ehemalige Kicker kamen in den Trassenstuben „Bei Sandra“ zusammen.

Die Idee kam eher zufällig zustande. Initiiert hatte das Treffen letztlich Bernd Streich, der auch heute noch mit Randolf Dunkel befreundet ist: „Wir fahren zusammen Roller“. Rolf Augustat besaß ein altes Siegerfoto von der Stadtmeisterschaft, das Ralf Heuberger abfotografierte – so schaffte die Aufnahme den Sprung in die heutige Zeit und in die Köpfe der Ehemaligen. „Dann haben wir versucht, den Rest irgendwie zusammen zu bekommen“, erklärt Bernd Streich. Bei acht Ehemaligen der 1968er D-Jugend hat das geklappt; aus traurigen Gründen nicht bei allen: Reiner Plewe und Fredie Zinapoldt sind inzwischen verstorben.

Der Dornap-Düsseler Kicker-Nachwuchs ist noch immer mit der Region verbunden. Die weiteste Anreise sei Ratingen gewesen, erzählt Bernd Streich. Der Torhüter des einstigen Jugendteam plauderte auch aus dem Nähkästchen; es sind Geschichten, die zeigen, wie anders der Fußball früher war. Was das schönste Erlebnis gewesen ist? „Das Duschen!“, erklärt Bernd Streich. Er meint es ernst, aus gutem Grund. „Früher gab es längst nicht in jeder Wohnung eine Dusche“. Umso mehr habe man sich auf das kühle Nass nach dem Training gefreut. Doch auch das war anders als es heute bei den Fußballvereinen ist: „In Düssel gab es keine Kabinen“, blickt Streich zurück. „Wir haben in den Kalkwerken geduscht“. Teilweise bald zwei Stunden, meint Bernd Streich: „Bis der Arzt kommt“.

Früher habe man sich in Dönberg an Trögen gewaschen, die Fahrtzeit zu Training und Spielen war lang. „Es fuhren damals ja kaum Busse“, so Bernd Streich. Fußball zu spielen, war in den Sechzigern und Siebzigern ein großer Aufwand, vor allem für den Nachwuchs.

Aus den Augen verlieren wollen die acht Kicker sich nicht. Alle sechs Monate oder einmal im Jahr wolle man sich treffen, freut sich Bernd Streich – im Sommer draußen, vielleicht am Grill. Und die Acht hätten alle eines signalisiert: Sie wollen kommen.

Acht Kicker haben sich jüngst getroffen: Stehend Bernd Schmieder, Bernd Streich und Hans-Werner Ederer; sitzend Randolf Dunkel, Ralf Heuberger, Siegfried Götz, Rolf Augustat und Karl-Heinz Zimmermann. Foto: privat
Acht Kicker haben sich jüngst getroffen: Stehend Bernd Schmieder, Bernd Streich und Hans-Werner Ederer; sitzend Randolf Dunkel, Ralf Heuberger, Siegfried Götz, Rolf Augustat und Karl-Heinz Zimmermann. Foto: privat