Rund 20 Teilnehmer nahmen an der von der SPD 60 plus-Beauftragten Bettina Molitor (l.) organisierten Fahrt zur Ausstellung "Solingen 93" teil. Foto: SPD
Rund 20 Teilnehmer nahmen an der von der SPD 60 plus-Beauftragten Bettina Molitor (l.) organisierten Fahrt zur Ausstellung "Solingen 93" teil. Foto: SPD

Wülfrath. „Niemals vergessen“ – so der Untertitel der Ausstellung „Solingen ´93“, der an den Brandanschlag auf die Familie Genç vor genau 30 Jahren erinnert. „Niemals vergessen“- das war auch Tenor der rund 20 Teilnehmenden der „SPD 60 plus“, die sichtlich berührt und betroffen die Ausstellung in Solingen am letzten Dienstag besuchten.

Zum 30. Mal jährt sich der immer noch unfassbare Brandanschlag auf die Familie Genç, bei der fünf Mitglieder der Familie in den Flammen umkamen. Neben der menschlich sehr berührenden Ausstellung zum Schicksal der Familie Genç informiert die Ausstellung auch darüber, wie viele rechtsterroristische Anschläge es allein seit 1980 in der Bundesrepublik gab, wie schnell man bereit war, die Täter zuerst nur in der Nähe der Opfer zu suchen, und zu was rechtsradikaler Mob fähig ist: „Kinder kamen in Begleitung ihrer Eltern. Die Eltern haben ihren Kindern die Steine gegeben und die Kinder haben die Steine in die Fensterscheiben geworfen. Und wenn die Scheiben herunterfielen, haben sie in die Hände geklatscht, die Eltern auch“, so ein dokumentiertes Zitat eines Zeitzeugen aus Hoyerswerda, das bei der Besuchergruppe der 60 plus gleichermaßen Fassungslosigkeit und Empörung auslöste.

Gleichzeitig begrüßten es die Teilnehmenden aber, dass Solingen sich der Aufgabe stellt, Opfer und Täter nicht zu vergessen, anders als viele andere Städte, die von ähnlichen Anschlägen betroffen waren. Nach der bewegenden Auseinandersetzung mit der Thematik konnten sich die Teilnehmenden noch in gemeinsamer Runde in der Gaststätte Akropolis austauschen, diskutieren und die Fahrt ausklingen lassen.