
Mettmann. Die Elektrifizierung der Regiobahn-Strecke schreitet voran. Ab Mitte Dezember sollen elektrisch betriebene S-Bahnen die Fahrgäste nach Düsseldorf bringen.
Am Rande der Trasse zwischen Mettmann und Düsseldorf sind die ersten Masten unübersehbar. Auch im Bahnhof Mettmann-Stadtwald steht der Träger für die Oberleitung wie ein Symbol für den Umbruch: den Umstieg von Diesel- auf Elektrotriebzüge.
“Wir planen mit einer Inbetriebnahme der neuen Züge zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026″, berichtet die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft auf Anfrage. “Ab dem 13. Dezember werden auf der Linie S28 elektrisch betriebene Fahrzeuge vom Typ FLIRT 3XL aus dem Hause Stadler eingesetzt.”
Die Züge werden vom VRR bereitgestellt und müssen nicht neu angeschafft werden. Seit Januar 2025 ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr Mehrheitsgesellschafter (75 Prozent) der Regiobahn.
Für die Anwohner der Strecke bedeutet der Einsatz der elektrischen S-Bahnen eine deutlich geringere Lärmbelästigung, besonders beim Anfahren und Bremsen, versichert die Regiobahn.
Für die Fahrgäste verspricht die Gesellschaft mehr Komfort: ruhigeres Fahrverhalten, weniger Vibrationen und eine bessere Beschleunigung. Außerdem soll die Bahn dann im 20-Minuten-Takt nach Wuppertal verkehren.
Auch die Umweltfaktoren sprechen nach Angaben der Regiobahn deutlich für den Einsatz elektrischer Bahnen: kein Dieselruß mehr, keine Stickoxide und Gerüche entlang der Strecke. Durch die Umstellung sollen außerdem “konservativ gerechnet” zwei Millionen Liter Diesel eingespart werden – pro Jahr.
Für die Elektrifizierung werden ingesamt etwa 730 Oberleitungsmasten errichtet, ein Teil davon steht bereits. Zu den weiteren Arbeiten, die in diesen Wochen und Monaten durchgeführt werden, zählen der Neubau von Gleisen und Weichen, die Anpassung der Bahnsteighöhen für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg, die Modernisierung von Stellwerken und vieles mehr.
Auf 50 Millionen Euro sind die Kosten für die Elektrifizierung der Strecke veranschlagt. Doch die Investition lohnt sich nach Angaben der Regiobahn sich nicht nur wegen der Umwelt, für Fahrgäste und Anwohner, sondern auch wirtschaftlich: “Mit der 20-minütigen Taktung der S28 ist die Elektrifizierung die mit Abstand kostengünstigste Lösung”, berichtet das Unternehmen.


