Wolfgang Peetz mit dem Armutszeugnis, das unter anderem auch für Chancengleichheit bei der Bildung gilt. Archivfoto: Kling

Wülfrath. Die Wülfrather Aktion “Kinder in Not” will weiterhin einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien bessere Bildungschancen erhalten.


Der „Chancenmonitor 2026“ kommt nach Ansicht von Wolfgang Peetz zu einem ernüchternden Bild: “Noch immer entscheidet das Elternhaus maßgeblich über den Werdegang eines Kindes”. Peetz, Zweiter Vorsitzender des Roten Kreuzes und Initiator der Aktion “Wülfrather Kinder in Not” ist überzeugt: “In Wülfrath hält die Aktion ‘Kinder in Not’ des DRK aktiv dagegen.”

Der „Chancenmonitor 2026“ ist eine Studie zur Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. Er wird vom ifo Institut gemeinsam mit “Ein Herz für Kinder” veröffentlicht. Diese Studie kommt aus Sicht von Wolfgang Peetz zu einem “alarmierenden Ergebnis”: Für Kinder aus einkommensschwachen Familien ohne akademischen Hintergrund liege die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, bei gerade einmal 16,9 Prozent.

„Diese Chancenungleichheiten können wir uns nicht länger leisten. Mit unserem Schwerpunkt Bildung sind wir absolut auf dem richtigen Weg“, betont Peetz. Das Ziel der Initiative sei es, den Teufelskreis aus Armut und mangelnder Perspektive dort zu durchbrechen, wo er entstehe.

Dabei folge die Aktion seit Jahren einem bewährten Leitspruch: „Um ein Kind groß zu ziehen, braucht man ein ganzes Dorf.“ In Wülfrath werde diese Gemeinschaftsidee durch ganz praktische Unterstützung im Alltag gelebt.

Die Förderung beginne bereits bei den Grundlagen. Die Aktion „Kinder in Not“ finanziert spezielle Angebote direkt in den Bildungseinrichtungen:

    • Gesunder Start: In der Grundschule Ellenbeek wird ein kostenloses Frühstück ermöglicht, damit kein Kind mit leerem Magen lernen muss.
    • Zugang zu Wissen: Damit der Zugang zu Literatur und Bildung nicht am Geldbeutel scheitert, übernimmt das DRK aus Spendenmitteln die Gebühren für den Büchereiausweis für alle Wülfrather Kinder.
    • Projekt „Next Level“: Das neueste Vorhaben ist eine enge Kooperation mit dem Jugendamt. Unter dem Titel „Next Level“ werden Jugendliche gezielt beim oft schwierigen Übergang von der Schule in das Berufsleben begleitet.

Hinter dem Engagement stehe eine tiefe Überzeugung von Gerechtigkeit. Für das DRK Wülfrath sei klar, dass die Startbedingungen eines Kindes niemals dessen Endstation definieren dürften.„Kinder haften nicht für ihre Eltern“, sagt Wolfgang Peetz.

„Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auch nur ein einziges Kind aufzugeben.“Die Aktion „Wülfrather Kinder in Not“ werde auch in Zukunft daran arbeiten, “dass Bildungserfolg in unserer Stadt keine Frage der Herkunft ist, sondern eine Frage der individuellen Talente.”