
Wülfrath/Velbert. Wie aus ehemals industriell genutzten Flächen wertvolle Lebensräume entstehen können, stand im Mittelpunkt einer Exkursion durch das Eignerbachtal.
Ein Team der Firma Lhoist hat eine Erkundungstour interessierter Bürgerinnen und Bürger durch das Eignerbachtal begleitet. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann und der Stabsstelle Klimaschutz der Stadt Velbert.
„Das Eignerbachtal ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Natur sich Räume zurückerobern kann, wenn man Entwicklungen zulässt und gezielt begleitet. Die hohe ökologische Wertigkeit dieses Gebietes ist heute deutlich sichtbar“, sagte Barbara Zumbrink von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann, die die Exkursion fachlich begleitete.
Das Gebiet zwischen Velbert und Wülfrath wurde über Jahrzehnte als Schlamm- und Sedimentationsbecken für den Steinbruchbetrieb genutzt. Im Jahr 2001 wurde der Betrieb des Beckens beendet. Seitdem entwickelt Lhoist das über 120 Hektar große, firmeneigene Areal durch gezielte Gestaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen zu einem strukturreichen Landschaftsraum weiter. Heute beherbergt das Gelände eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope mit einer bemerkenswerten Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten – darunter auch seltene und geschützte Arten.
Für Lhoist ist das Eignerbachtal ein besonderes Beispiel für langfristige Verantwortung über die aktive Nutzung hinaus: „Renaturierung ist für uns kein theoretisches Konzept, sondern gelebte Praxis. Das Eignerbachtal zeigt, wie aus einem funktionalen Industriestandort ein vielfältiger Lebensraum entstehen kann“, betonte Christina Türkis, Expertin aus dem Bereich Umweltschutz und Genehmigungen.
Bei der gemeinsamen Wanderung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte des Standorts, die ökologische Entwicklung und die Bedeutung des Gebietes für Natur- und Artenschutz. “Die Exkursion machte deutlich, welches Potenzial in der Renaturierung ehemals industriell genutzter Flächen liegt – gerade in dicht besiedelten Regionen”, so das Fazit von Lhoist.

