
Wülfrath. Mit einem mehr als dreistündigen Auftritt von „Doc Martin & The Martinis“ ist das diesjährige Open-Air-Programm des Kommunikations-Centers zu Ende gegangen. Jetzt geht die Kultur in der „Kathedrale“ weiter.
„So eine Bühne gibt es nicht überall“, rief „Doc Martin“ irgendwann gegen Ende des Abends ins Mikrofon. Und er forderte das Publikum dazu auf, alles dafür zu tun, dass Veranstalter Bernd Kicinski „nie auf die Idee kommt, das hier wieder einzustellen.“
In einer Großstadt wäre ein Festgelände wie das in Schlupkothen vermutlich ständig überlaufen. Am Rande des kleinen Wülfrath tut es sich schwer, auch wenn am Freitagabend über den Abend verteilt mehr als 300 Gäste den Weg zum Konzert bei kostenlosem Eintritt fanden.
Die Open-Air-Reihe „Rock & Party“ finanziert sich über den Verkauf von Speisen und Getränken. Aber das „Kultur-Team“ und Bernd Kicinski hatten in diesem Jahr Pech: Alle drei Abende, die zu der Reihe gehörten, hätten besseres Wetter gebrauchen können. So wie bei „In Vain“ im Juli, die selbst als Veranstalter auftraten und einen wunderbaren Sommerabend erwischten.
Einen unvergesslichen (und trockenen) Abend erlebten Band und Publikum dennoch. Das wird vor allem auch für „Doc Martin“ und seine „Martinis“ gelten. Kurz fiel zwischendurch mal der Strom aus, dann fehlte das Licht, aber die Profis auf der Bühne machten weiter und weiter. Ohne Pause. Irgendwann half das THW aus: mit einer Nackenmassage für den Schlagzeuger, damit er noch weiter trommeln konnte. Eine Stunde lang spielten die Martinis „das letzte Lied“ – oder eben dann doch nicht.
Und als dann alle dachten, jetzt ist wirklich Schluss, die achtköpfige Truppe sich für den Abschied vor dem Publikum verneigte, war immer noch nicht Schluss. „Er setzt sich wieder ans Klavier“, rief jemand. Und tatsächlich: „Doc Martin“ hatte noch einen … Zum Glück: Niemand musste vor Erschöpfung von der Bühne getragen werden.

Mögen es dreieinhalb Stunden gewesen sein: Die „Martinis“ haben alles gegeben für die Party. Christian Schmidt aus Düssel hat bestimmt dreimal die Funken aus seinem Saxophon sprühen lassen. Es wurde mitgesungen und getanzt, bis die Füße schmerzten. Zwischendurch konnte man sich die Frage stellen, wer das länger schafft: Band oder Publikum?
Auch hier gaben die Martinis die Antwort musikalisch: „We are family.“ Eine große Familie, die gemeinsam einen großen Abend erlebt hat, draußen in Schlupkothen.

