Mehr als 200 Frauen und Männer sind mitgefahren bei der Fahrraddemo im Neandertal. Foto: ADFC

Mettmann. Mehr als 200 Radfahrer und Radfahrerinnen haben an der Fahrraddemo im Neandertal teilgenommen, berichtet der ADFC.


Der ADFC im Neanderland hat am Freitag mit einer Fahrraddemonstration auf die aus seiner Sicht unzureichende Radverkehrsinfrastruktur im Neandertal aufmerksam gemacht. Unter dem Motto „Einfach. sicher. radfahren. … im Neandertal“ fuhren mehr als 200 Radler aus Mettmann, Erkrath und den umliegenden Städten gemeinsam von Mettmann-Zentrum bis zum Neanderthal Museum.

Der vorhandene Fuß- und Radweg zwischen Mettmann und dem Neanderthal-Museum befindet sich nach Angaben des ADFC teilweise in schlechtem Zustand. Vor dem Museum, zwischen dem Schwarzwaldhaus und dem Parkplatz an der Fundstelle, fehlt zudem ein Radweg vollständig.

Die Straße durch das Neandertal ist nach Angaben des ADFC für viele Radfahrer eine wichtige Pendelstrecke zwischen Mettmann und Erkrath und weiter in Richtung Düsseldorf. Gleichzeitig sei das Neandertal mit dem Museum, der Fundstelle, dem Wildgehege, Restaurants, Minigolfanlage und Spielplatz ein wichtiges Ziel für den Radtourismus. Insbesondere im Bereich vor dem Museum sei die Verkehrssituation unübersichtlich und aus Sicht des ADFC problematisch.

„Solche Zustände sind für den Kreis und die touristische Dachmarke ‚Neanderland‘ eigentlich eine Schande und gehören schnellstmöglich abgestellt“, sagte Peter Martin vom ADFC im Neanderland bei der Abschlusskundgebung. Der ADFC fordert die zügige Umsetzung des Radverkehrskonzeptes des Kreises Mettmann für das Neandertal. Bis dahin seien Sofortmaßnahmen erforderlich, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Als Beispiel nannte Martin eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vor dem Museum. „Tempo 30 mag für viele Autofahrende nicht attraktiv sein, aber Verkehrssicherheit geht vor“, sagte er.

Aus Sicht des ADFC steht die Situation im Neandertal beispielhaft für die Radverkehrsinfrastruktur im gesamten Kreis Mettmann. Konzepte seien vorhanden, bei der Umsetzung fehle es jedoch an ausreichendem Fortschritt. Der ADFC sieht dabei auch Land, Kreis und Kommunen in der Verantwortung.

„Deshalb sind wir heute hier, auf der Straße. Was jetzt zählt, sind keine Worte mehr, sondern konkrete Verbesserungen in der Infrastruktur: jeder Meter neuer, verbreiterter oder sanierter Radweg, jeder Busch oder jede Hecke, die zurückgeschnitten wurde, jedes Tempo-30-Schild und jedes Fahrradpiktogramm auf der Straße. Darauf kommt es an und das wollen wir sehen“, erklärte Martin.

Wie eine sichere und gut nutzbare Radverkehrsverbindung aussehen könne, hätten die Teilnehmer während der Demonstration selbst erlebt, erklärte der ADFC. Auf einer intakten und ausreichend dimensionierten Verkehrsfläche konnten sie gemeinsam fahren und wurden dabei von der Polizei begleitet. Das Motto der Demonstration brachte der ADFC zum Abschluss noch einmal auf den Punkt: „Einfach. sicher. radfahren.“