Grafik: Kreis Mettmann

Kreis Mettmann. Bedrohungen, Beleidigungen, Cyberstalking und die Verbreitung intimer Bilder ohne Einwilligung: Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Formen. Auf diese Übergriffe machen die Gleichstellungsbeauftragten der zehn Städte und des Kreises Mettmann im Rahmen der Orange Days 2026 aufmerksam. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen digitale Gewalt an Frauen und Mädchen“ bieten sie vom 18. bis 27. November sieben kostenlose Onlineveranstaltungen an.


Das Programm beleuchtet digitale Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven und informiert über rechtliche Möglichkeiten, Schutzmaßnahmen und Hilfsangebote. Zum Auftakt am 18. November erläutert die Kölner Rechtsanwältin Anouk Falloux, wie Betroffene gegen Cyberstalking und die Verbreitung intimer Bilder ohne ihre Zustimmung vorgehen können.

Am 19. November beschäftigt sich die Medienpädagogin Jessica Stratmann-Behr mit frauenfeindlichen Strömungen im Internet, der sogenannten „Manosphere“ und sogenannten Deepfakes. Weitere Veranstaltungen befassen sich mit sexueller Erpressung im Netz, Hassrede gegen Frauen, den psychischen Folgen digitaler Gewalt und der heimlichen Überwachung innerhalb von Partnerschaften.

Auch der SKFM Mettmann beteiligt sich. Die Organisation bringt Erfahrungen aus der Beratungspraxis ein und informiert über Unterstützungsmöglichkeiten. Beim SKFM sind unter anderem die kreisweite Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und die Frauenberatungsstelle angesiedelt.

Die Gleichstellungsbeauftragten begrüßen die Pläne der Bundesregierung, den Schutz vor digitaler Gewalt zu verbessern. Dazu gehörten eine stärkere Strafbarkeit sexualisierter Deepfakes und bessere Möglichkeiten für Betroffene, die Entfernung rechtswidriger Inhalte durchzusetzen. Zugleich fordern sie mehr Prävention und verbindliche Fortbildungen für Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte.

Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von einer kreisweiten Öffentlichkeitskampagne mit Plakaten und Postkarten. Über einen QR-Code gelangen Interessierte zum vollständigen Programm. Die Teilnahme an den Onlineveranstaltungen ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Zugangslinks und weitere Informationen gibt es unter www.kreis-mettmann.de/OrangeDays2026.

Unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ werden außerdem wieder eigens bedruckte Brötchentüten im Kreis Mettmann verteilt. Bäckereien, Tankstellen, Apotheken, Tafeln und weitere Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion. Die Tüten sollen im Alltag auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen und über Hilfsangebote informieren.

Aktionen und Veranstaltungen in Wülfrath

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Wülfrath ergänzt das kreisweite Programm mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen.

Am 18. November um 19 Uhr findet im Weltspiegelkino Mettmann das gemeinsame Frauenkino der Städte Wülfrath und Mettmann mit dem Film „Nur noch ein einziges Mal“ statt. Der Eintritt beträgt 11 Euro einschließlich Getränk.

Am 25. November um 9 Uhr laden Bürgermeister Sebastian Schorn und Gleichstellungsbeauftragte Franca Calvano alle Interessierten zur Fahnenaktion vor dem Wülfrather Rathaus ein.

Im Anschluss, von 10 bis 12 Uhr, informiert die Gleichstellungsstelle gemeinsam mit dem SKFM Mettmann und der Caritas Fachstelle Gewaltprävention im Angermarkt, Goethestraße 19, über Gewalt in Partnerschaften sowie Beratungsangebote und Hilfen. Die Caritas Fachstelle stellt zudem ihre Beratung und Hilfen für Täter*innen bei häuslicher Gewalt vor.

Am Abend des 25. November um 19 Uhr liest Saga Grünwald in der Wülfrather Bücherei aus ihrem Roman „Zaunkönigin“, der sexuelle Gewalt während des Nationalsozialismus und deren Folgen thematisiert. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter gleichstellung@stadt.wuelfrath.de oder telefonisch unter 02058/18219 wird gebeten.