Sieht aus wie eine lockere Dienstbesprechung, ist aber für den Fotografen gestellt: Renate Zanjani und Rames Hosseini. Foto: Kling

Niederberg. „Hallo Freunde, ich bin der Rames.“ So fängt alles an auf „Insta“. Die Bergische Diakonie geht neue Wege, um junge Menschen zu erreichen. Für ein Jahr arbeitet Rames Hosseini als Werkstudent und präsentiert die Diakonie auf völlig neue Weise.


Diakonie? „Ich hatte keine Ahnung, was das ist“, erzählt Rames Hosseini. Er hat sich dann über ChatGPT schlau gemacht, gehört also zu der Generation, die schon nicht mal mehr „googelt“.

Mit genau dieser Unbefangenheit geht Rames – auf Facebook und Instagram immer nur mit Vornamen – los und nimmt die, die zuschauen, mit auf eine Reise durch die Diakonie.

„Was macht eigentlich eine Diakonie? Welche Menschen leben hier? Wer wird betreut, begleitet, beraten? Diese Fragen stellen sich viele – auch Rames, unser neuer Werkstudent in der Unternehmenskommunikation“, erklärt die Diakonie auf Instagram die Jobbeschreibung des jungen Mannes.

„Deshalb schicken wir ihn auf Entdeckungsreise. Durch unsere Einrichtungen, zu den Menschen, in die Angebote. Er stellt die Fragen, die ihr euch vielleicht auch stellt. Und findet Antworten. Warum? Weil wir glauben, dass echte Einblicke mehr sagen als schöne Worte. Weil Neugier der beste Einstieg ist. Und weil wir zeigen wollen, was die Bergische Diakonie wirklich ausmacht.“

Das alles klingt schon spannend und neu, aber wer den jungen Mann in seinen Videos sieht, gewinnt den Eindruck, dass er nie etwas anderes gemacht hat. „Es gibt kein Drehbuch“, sagt Renate Zanjani, bei der Bergischen Diakonie für die Unternehmenskommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Sie hat erkannt, dass auf „Social Media“ für die Einrichtung noch viele Möglichkeiten brachliegen, sich auch jüngeren Menschen vorzustellen. „Keine Ahnung, was mich hier erwartet“, ist der Ausgangspunkt für Rames, wie er bei seiner Vorstellung auf Instagram erklärt. Er will die verschiedenen Einrichtungen besuchen, „gucken, was geht, mich überraschen lassen“.

Bei seiner jüngsten Aktion hat Rames die Altenpflege in Haus Heinersdorff besucht. „Jemand hat mir erzählt, heute gibt es hier Waffeln“, sagt er in seine Handykamera, „deshalb gehen wir rein und schnappen uns eine Waffel.“ Drinnen schauen wir erst einer Runde beim Skat zu, dann in der Küche beim Waffelbacken. „Sekt gibt’s heute auch“, kommentiert Rames, um dann die Bewohner beim Essen von Waffeln mit Kirschen und Sahne („hm, lecker“) zu filmen. Das alles ist kurz geschnitten, Rames bekommt auch eine Waffel, die Frau aus der Küche erzählt: „Manche haben drei gegessen.“

Das ist nicht nur wunderbar unterhaltsam, sondern zeigt auch das Leben in einer Einrichtung der Diakonie, wie man es sonst nie zu sehen bekommt. Renate Zanjani sieht das Ganze als Prozess und gibt ihrem jungen Filmemacher höchstens mal einen Tipp, was man machen kann und was nicht.

„Da merkt man, das ist mal was anders“, sagt die Waffelbäckerin, die zwar die Waffeln für ihre Bewohnerinnen und Bewohner meint, aber auch quasi ein Fazit ausspricht: Das ist mal was anders. Und man will mehr sehen von Rames und der Diakonie.