So sah es mal bei einem verkaufsoffenen Sonntag zur Wülfrather Autoschau aus. Archivfoto: Mathias Kehren
So sah es mal bei einem verkaufsoffenen Sonntag zur Wülfrather Autoschau aus. Archivfoto: Mathias Kehren

Wülfrath. In Wülfrath gibt es zur Autoschau keinen offenen Sonntag, dafür Kritik an der Interessengemeinschaft „Wülfrath pro“. Unser Kommentar dazu:

Eigentlich verbietet sich jede Kritik an „Wülfrath pro“. Das, was Dirk Herbener, Christina Rick und Co. auf die Beine stellen, machen sie ehrenamtlich, in ihrer Freizeit, unentgeltlich und meist ohne Unterstützung. Ohne sie würde es „Wülfrath pro“ schon lange nicht mehr geben.

Natürlich sind sie keine Profis, schon gar nicht in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, was auch wir immer wieder leidvoll erfahren müssen. Erinnern Sie sich noch an den Trödelmarkt, von dem niemand etwas wusste?

Aber sie sind nicht mal im Einzelhandel, machen das alles als Privatpersonen, um Wülfrath nach vorne zu bringen. Einzelhändler, so es sie denn noch gibt, machen das schon lange nicht mehr. Sie sind nicht mal Mitglied in der Organisation, die früher mal die Wülfrather Werbegemeinschaft war. Oder sie erscheinen nicht zur Hauptversammlung, zu groß die Gefahr, für etwas vereinnahmt zu werden, falls man leichtsinnigerweise eine Idee hat und auch noch äußert.

Natürlich ist es nicht schön für die Händler, dass es keinen offenen Sonntag zur Autoschau gibt. Wenn das Wetter gut ist, machen sie teils gute Geschäfte, weil so viele Leute in der Stadt sind wie niemals sonst.

Aber man muss die Argumente von Wülfrath pro mal gut durchlesen, dann kann man es auch verstehen, rein rechtlich zum Beispiel. Oder haben alle vergessen, dass in der Vergangenheit verkaufsoffene Sonntage von Gerichten untersagt wurde, weil sie den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprachen?

Von „Armutszeugnis“ zu sprechen, ist allerdings die Krönung. Vor allem wenn die Kritik von der CDU kommt, wie es bei Taeglich.ME zu lesen war. Armeselig ist die Politik, die seit Jahren die Händler hängen lässt. Unzählige Male haben wir an dieser Stelle kommentiert, wie es denn gehen könnte: Mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer wie bei Stadtmarketing in Heiligenhaus.

Man müsste nur einmal den Berg hoch fahren und sich sachkundig machen, wie es da seit 30 Jahren läuft. Übrigens: immer mit CDU-Mehrheiten.

Da machen auch viele mit, Händler, Handwerker, Kulturinteressierte. Weil sie weitgehend von organisatorischen Aufgaben befreit sind: Die erledigt der hauptamtliche Geschäftsführer. In Wülfrath soll das die Wirtschaftsförderung so nebenbei machen. Armeselig und kurzsichtig.

Und an alle, die dennoch meinen, Wülfrath pro kritisieren zu müssen: einfach mitmachen!