
Wülfrath. Leerstehende Räume der ehemaligen Hauptschule bieten der Stadt Wülfrath zahlreiche Möglichkeiten. Erste Umbauarbeiten könnten im Mai beginnen.
Im Sommer 2015 war Schluss mit der Hauptschule Wolverothe. Die letzten Kinder mussten nach Mettmann fahren, um dort ihre Schulzeit zu Ende zu bringen. Für den damaligen Kämmerer und Beigeordneten Rainer Ritsche war es ein Glück, dass die Weiterbildungsgesellschaft EDB aus Velbert neue Räume suchte. Das ehemalige Hauptschulgebäude war wie geschaffen wie das Unternehmen.
Doch es dauerte keine zehn Jahre, bis die EDB im Jahr 2024 Insolvenz anmelden musste. Jetzt hat Georg Eickhoff, Hochbauamtsleiter bei der Stadt Wülfrath, die Politik durch den verwinkelten Gebäudekomplex geführt und gezeigt, was wo geschehen soll oder kann.
Der Gebäudetrakt, der dem Kindergarten an der Schulstraße am nächsten ist, wird zu einer Flüchtlingsunterkunft für Familien umgebaut. Das hat der Stadtrat so beschlossen, die Ausschreibung ist längst raus. Im Mai sollen die Arbeiten beginnen, im Herbst könnten sie fertig sein, rechnet Georg Eickhoff. Aus den ehemaligen Klassen lassen sich 14 Wohneinheiten schaffen, so der Plan der Verwaltung.
Das gesamte Gebäude ist erst 2002 energetisch saniert worden, berichtet Georg Eickhoff. Dadurch könne die Stadt mit wenig Aufwand schnell gute Ergebnisse erzielen.
Pläne gibt es auch für den zweiten Flügel, der sich zur Parkschule hin erstreckt. Im Erdgeschoss ist die Volkshochschule zu Hause. Eine Etage höher könnten Räume für den offenen Ganztag der Parkschule entstehen, im Keller könnte die Stadt die ehemalige EDB-Küche als Küche für die OGATA nutzen, nebenan wären Speisesäle möglich.
Dafür aber müssen erst noch die Planung entworfen und Gespräche mit dem Betreiber der OGATA, dem Förderverein der Parkschule, geführt werden. Auch eine Öffnung des Wirtschaftshofes zur Parkschule hin und damit eine Erweiterung des Schulhofes ist eine Überlegung.
Im Gebäudeteil, der dem Schwimmbad am nächsten ist, muss nichts geschehen. Hier befindet sich das Kinder- und Jugendhaus, das ebenso bleiben soll wie die Einrichtung „Fliege“, ein Programm der städtischen Erziehungshilfe.
Interesse an weiteren freien Räumen hat der Verein „Wülfrather Ideen Räume“ bekundet. Die einst vorgesehene weitere Sanierung des WIR-Hauses am Ende der Fußgängerzone wurde bekanntlich abgeblasen, weil die Möglichkeiten in dem ehemaligen VHS-Haus baulich doch arg begrenzt sind.
Stattdessen gibt es in der früheren Hauptschule noch eine Aula, die seit Jahren ungenutzt ist. Hier könnten die WIR-Veranstaltungen vor deutlich größerem Publikum stattfinden. Der Verein hat Interesse an einer Mitbenutzung der Aula bekundet, wie Vorstandsmitglied Christian Wolf erklärt. “Die alte Aula soll ein Ort für ALLE Wülfrather und Kulturtreibenden werden und ein Stück weit die vor Jahren abgerissene Stadthalle kompensieren. Ein schöner Veranstaltungsort für die ganze Stadt!”
Ob das alles einmal Wirklichkeit wird, ist noch völlig offen.

