Wülfrath/Velbert. Ein neuer Wanderweg im Eignerbachtal eröffnet den Menschen neue Möglichkeiten. Die Firma Lhoist/Rheinkalk hatte heute zur Eröffnung eingeladen.
Seit 30 Jahren gibt es den Wanderweg Eignerbachtal. Als der Weg 1996 eingeweiht wurde, war der Schlammteich noch in Betrieb, wie das Gebiet im Volksmund heute noch genannt wird. 2001 wurde der Betrieb eingestellt.
In der Fachsprache heißt der Schlammteich „Sedimentationsbecken“, erläuterte Lisa Gödde von Rheinkalk jetzt der Gruppe um Landrätin Bettina Warnecke, die gekommen war, um mit Lhoist die Eröffnung des neuen Wanderwegs zu feiern.
Bei der Gewinnung von Kalk müssen die Steine gespült werden, dabei fallen Sedimente an, wie die Fachfrau von Rheinkalk erklärte. Diese wurde seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in das Becken gespült, das so seine Namen bekam: Sedimentationsbecken oder eben Schlammteich.

Durch die Anlage der Wanderwege schenkte Rheinkalk den Städten Velbert und Wülfrath ein viel genutztes Naherholungsgebiet. Es wird gewandert und Rad gefahren, Menschen sind mit Hunden unterwegs oder joggen hier.
Für den sieben Kilometer langen Rundwanderweg braucht man je nach Tempo eineinhalb bis zwei Stunden. Jetzt hat Rheinkalk eine Querung geschaffen: 910 Meter lang von Ost nach West. Diese Querung macht es möglich, auch kleinere Runden zu wählen. Die Südrunde mit dem Damm am Restaurant „Kleine Schweiz“ ist mit 3,4 Kilometern die kürzere, die Nordrunde um den Teich herum hat 5,4 Kilometer.
Ganz neu ist auch der Wanderparkplatz, den Rheinkalk eingerichtet hat. Das Gelände lag bisher hinter einem geschlossenen Schiebetor, das jetzt geöffnet wurde. Aus Wülfrath ist der Parkplatz über die Rützkausener Straße zu erreichen, aus Velbert über die Mettmanner Straße. Der Platz selbst liegt auf Velberter Gebiet, wie Velberts Beigeordner Jörg Ostermann bei der Einweihung der Querung erläuterte. Die Adresse: Mettmanner Straße 237.
Für die Arbeiten hat Lhoist/Rheinkalk einen „hohen sechsstelligen Betrag“ investiert, weiß Dieter Klopottek, Leiter der Abteilung Liegenschaften. Die Unterhaltung des Naherholungsgebietes koste das Unternehmen jährlich „einen niedrigen sechsstelligen Bereich“.
Neben den menschlichen Nutzern haben nach Angaben von Lhoist mehr als 100 Arten ihren Lebensraum im Eignerbachtal gefunden. Durch die Rekultivierung wurden Feuchtgebiete, Biotope und offene Flächen geschaffen. Bei der „Pflege“ der Anlage bekommt Rheinkalk seit einigen Jahren Unterstützung von einer Gruppe Heckrinder, die aus dem Neandertal zum Eigenerbachtal umgesiedelt wurden.
Für sie wurde eigenes ein Tunnel geschaffen, so dass sich ihr „Arbeitsbereich“ Richtung Süden vergrößert. Für Menschen ist dieser Tunnel eine Brücke, etwa in der Mitte des 900 Meter langen neuen Wanderweges.
30 Jahre nach der Eröffnung hat Lhoist weitere Pläne für das Eignerbachtal. Eine neue Beschilderung soll mehr Informationen vermitteln, über das Gelände, aber auch über den Kalkabbau.
Für Philipp Loosen war die Eröffnung an seinem „32. Arbeitstag“ ein „Projekt mit Stahlkraft“. Loosen ist seit 1. September neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Lhoist Germany/Rheinkalk GmbH.
Der Kalkabbau habe seit Jahrzehnten die Stadt und die Landschaft geprägt, sagte Wülfraths Bürgermeister Sebastian Schorn. Die neue Querung mache das Gebiet noch attraktiver und erlaube neue Einblicke. Landrätin Bettina Warnecke freute sich, dass das Neanderland „touristisch noch reicher“ geworden sei.
Ungeachtet aller Bedeutung des Termins: Heckrinder haben sich trotz der lokalen Prominenz – kamerascheu wie sie sind – bei der Eröffnung nicht sehen lassen.


