Chorkonzert in historischer Kirche mit Publikum.
Mehr als 300 Menschen füllten die evangelische Stadtkirche bei der Einweihung der neuen Glocken. Foto: Kling

Wülfrath. Mehr als 300 Menschen haben am Sonntagnachmittag die Einweihung der neuen Glocken mit einem Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche in Wülfrath gefeiert.

Der Herzog-Wilhelm-Markt, der seit Freitag rund um die Kirche abgehalten wird, war schon am Nachmittag wieder bestens besucht, den dritten Tag in Folge. Das frostig-kalte Wetter beschert den Veranstaltern und Büdchenbetreiben erstklassige Besucherzahlen.

Aber auch die Kirche selbst erlebte einen Besucherandrang, der so nicht alle Tage vorkommt. Die Sitzplätze waren längst besetzt, als immer noch mehr Menschen in das Gotteshaus strömten, um beim Gottesdienst zur Einweihung der neuen Bronzeglocken dabei zu sein. Viele der Gäste mussten letztlich mit Stehplätzen vorliebnehmen.

Um drei Minuten vor 16 Uhr war es dann soweit: Die neuen Glocken im Turm läuteten erstmals zur Ankündigung eines Gottesdienstes. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, hieß Pfarrer Thomas Rehrmann die Gäste willkommen, darunter auch zahlreiche Handwerker und andere am Bau Beteiligte. „Ich habe noch nie so viel über Glocken gesprochen wie im letzten halben Jahr“, sagte Rehrmann und erinnerte daran, wie viele Menschen für ein Selfie kamen, als die Glocken auf dem Kirchplatz standen.

Unter den Gästen des Gottesdienstes waren auch Vertreter der Glockengießerei Bachert, die die drei Glocken für die Stadtkirche hergestellt hat, und zahlreiche Spender, die mit ihren Beiträgen geholfen haben, das Projekt finanziell zu stemmen.

Die Glocken schlagen künftig dreimal am Tag zum sogenannten Tagesgeläut (9, 12 und 21 Uhr) sowie zu den Gottesdiensten in der Kirche. Thomas Rehrmann machte darauf aufmerksam, dass noch die Zeiger auf der Kirchturmuhr fehlen.

Der Stundenschlag konnte noch nicht wieder aufgenommen werden. Die Hämmer dafür müssen noch hergestellt werden. Die Steuerung des Schlags funktioniert auch künftig über die alte Mechanik, die allerdings mit einer Funkuhr verbunden wird. Per Zug werden die Hämmer künftig angehoben, um dann auf die jeweilige Glocke zu fallen. Die Gemeinde hofft, dass der Stundenschlag zum Jahreswechsel wieder funktioniert.

Im Gottesdienst am Sonntag erklangen die drei Glocken auch einzeln. „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“, steht auf der großen 1.416 Kilogramm schweren Glocke. Am Thema Frieden orientierte sich auch die Predigt von Superintendent Jürgen Buchholz, der zum Einweihungsgottesdienst gekommen war.

Die Bronzelegierung der Glocken besteht zu 78 Prozent aus Kupfer und zu 22 Prozent aus Zinn, die Klöppel sind aus geschmiedetem Stahl. Für die Holzjoche und den Glockenstuhl wurde Massivholz verwendet.

Musikalisch gestaltet und begleitet wurde der Gottesdienst von Kantor Thomas Gerhold, dem evangelischen Posaunenchor und dem Chor der Gemeinde, der unter anderem zum Beginn der Adventszeit „Süßer die Glocken nie klingen“ sang.

Zum Abschluss des Gottesdienstes durften die Menschen in und vor der Kirche noch einmal genau hinhören, ob das Geläut der neuen Bronzeglocken denn harmonischer klingt als zuvor.