Ophelia Nick ist Bundestagsabgeordnete und Obfrau im Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Foto: Büro Nick

Kreis. Der Bund hat die Sanierung kommunaler Sportstätten beschlossen. In der hiesigen Region fließen Millionen in Projekte in Hilden, Solingen, Velbert und Wülfrath. Doch die gute Nachricht hat einen schalen Beigeschmack, denn der Förderbedarf ist um ein Vielfaches höher.


Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat über die Projekte entschieden, die mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ gefördert werden.

Die Förderung fließt unter anderem in folgende Projekte:

  • Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle in Hilden: über 1,5 Millionen Euro
  • Sanierung des Naturrasenplatzes der Jahnkampfbahn in Solingen-Wald: knapp 1,1 Millionen Euro
  • Schulturnhalle An der Maikammer in Velbert-Tönisheide: über 1,2 Millionen Euro
  • Kunstrasenplatz im Lhoist-Sportpark in Wülfrath: 500.000 Euro

“Herzlichen Glückwunsch an die Kommunen, Vereine und alle Engagierten vor Ort!”, wünscht Ophelia Nick, Obfrau im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages: “Ich weiß, wie dringend diese Mittel gebraucht werden. (…) Es freut mich daher sehr, dass sich gleich mehrere Projektskizzen aus meinem Wahlkreis und Betreuungswahlkreis sich mit ihren überzeugenden Konzepten durchsetzen konnten.”

“Das bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein”

Die Antragstellung hat gezeigt, dass der Fördertopf viel zu klein ist, um alle Wünsche zu bedienen. Beantragt wurden 22,5-mal mehr Mittel als zur Verfügung stehen. Dazu Ophelia Nick: “Gleichzeitig zeigt der enorme Andrang auf das Programm erneut den dramatischen Sanierungsstau. Dem beantragten Fördervolumen von 7,5 Milliarden Euro stehen weiterhin die deutlich zu geringen Mittel von 333 Millionen Euro gegenüber. Das bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein.”

Das Bundesprogramm sei der richtige Ansatz, aber keine Antwort auf das strukturelle Problem, so Nick. Der Investitionsstau bei kommunalen Sportstätten wachse weiter, es brauche endlich eine langfristig angelegte Sportstättenförderung.

“Auch für die Zukunft bleibt unklar, wie es nach 2027 mit dem Förderprogramm weitergehen soll”, merkt Nick an. Überdies gehe das Programm an vielen Kommunen vorbei, die hohe Eigenanteile, eine Mindestfördersumme von 250.000 Euro und kurze Antragsfristen nicht leisten könnten, obwohl dort der Bedarf am größten ist.

“Unverständlich ist außerdem, dass Sportvereine selbst nicht antragsberechtigt sind”, kritisiert Nick. “Der Bund muss hier nachdrehen und gemeinsam mit Ländern und Kommunen dafür sorgen, dass nicht nur einzelne Projekte profitieren, sondern die Sportinfrastruktur flächendeckend gestärkt wird.“

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