Kahler Wald mit Wiesenlandschaft im Winter.
Seit Jahren liegt er ungenutzt da, der frühere Sportplatz in Düssel. Wie soll eine künftige Bebaung aussehen? Foto: Kling

Wülfrath. Zur geplanten Bebauung des früheren Sportplatzes in Düssel schreibt Götz-Reinhard Lederer für den Umweltverband BUND:

Von Anwohnern am Düsseler Sportplatz kam auf der Bürgeranhörung der Vorschlag, die Bebauung so zu lassen wie in der Planung aus dem Jahr 2017. Das klingt erst mal gut. Nur 21 Wohneinheiten, Natur wird geschont, Bäume müssen nicht gefällt werden. Die Anwohner werden weniger belästigt. Doch diese Lösung geht nicht, unser Flächenverbrauch muss verringert werden!

Im Jahr 1994 gab es in Wülfrath 1708 Hektar landwirtschaftliche Fläche! Im Jahr 2019 waren es nur noch 1344 Hektar (LDS 33111-04ir und 33111-03iz). In 25 Jahren hat die landwirtschaftliche Fläche also um 364 ha abgenommen, 14,56 Hektar im Jahr. Die Bevölkerung hat sich dabei nicht verändert! Wenn wir genau so weiter machen wie bisher, haben wir im Jahr 2111 keinen Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche mehr (3349ha/14,56ha/a = 92 a)!

Der Düsseler Sportplatz ist unter 1000 m vom Bahnhof Düssel/Hahnenfurth entfernt, von dem man Wuppertal in 15 Minuten und Düsseldorf in einer halben Stunde erreichen kann. Warum sollen eigentlich bei 20 Wohneinheiten nur 40 Personen von der schönen und günstigen Lage in Düssel profitieren? Warum nicht 200 in 100 Wohnungen? Dazu wäre nötig, die Bebauung drei- oder vierstöckig zu planen. Die Gebäude müssen keine eintönigen Kasernen sein, ein guter Architekt kann das aufgelockert gestaltet.

Greift man den Vorschlag des Düsseler Bürgervereins auf, einen Wohnturm zu errichten, dann könnte man auch Baumbestand, Natur und Arten schützen! Der Verkehr kann zur Hauptstraße geleitet werden. Das Auto kann in die Tiefgarage. 200 Neubürger lassen sich integrieren.

Der BUND hat daher auf der Bürgeranhörung vorgeschlagen, einen städtebaulichen Wettbewerb für die Nachfolgenutzung des ehemaligen Sportplatzes Düssel zu vergeben.

Und was machen wir mit Familien, die ein Haus benötigen? Die Hälfte der Wülfrather Wohnfläche befindet sich in Ein- und Zwei-Familienhäusern. 5000 Wülfrather/innen sind über 65 Jahre alt. Das bedeutet zwangsläufig, dass Häuser frei werden. Häuser, die man zwar energetisch verbessern muss, die aber oft attraktive Grundstücke haben, ganz ohne eine weitere Flächenversiegelung!