Der Elfmeter, der zum 1:1 führte: Kapitän Maik Bleckmann erzielte den Ausgleich. Foto: Kling

Wülfrath. Fußball-Drama am Erbacher Berg: Der 1. FC Wülfrath gewinnt gegen den Meister und Aufsteiger Solingen-Wald – und muss trotzdem absteigen.


Hat es so etwas schon einmal gegeben? Aufsteiger 1. FC Wülfrath hat 41 Punkte. Gerade mal acht weniger als der Tabellenfünfte. Das sollte eigentlich sicher für den Klassenerhalt reichen. Hat es aber nicht.

Die Mannschaft von Joscha Weber hat am letzten Spieltag zu Hause im Lhoist-Sportpark sogar gegen den Meister und Aufsteiger Solingen-Wald mit 2:1 gewonnen. Sie konnte den Halbzeitrückstand von 0:1 sogar in einen Sieg verwandeln. Dennoch gab es keinen Grund zum Jubeln: Alle drei Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg siegten ebenfalls.

Und so kommt es zu der kuriosen Situation, dass Wülfrath mit 41 Punkten, elf Punkten vor dem nächsten Absteiger TuRU Düsseldorf, zurück in die Bezirksliga muss.

Dabei sahen die zahlreichen Zuschauer am Erbacher Berg noch einmal einen engagierten Auftritt der Wülfrather, die sich auch von einem Rückstand zur Pause nicht entmutigen ließen. Bleckmann traf in der 51. Minute per Foulelfmeter zum 1:1. Zupo machte in der 87. Minute sogar den Siegtreffer. Aber auch der sollte nicht reichen.

Es ist bitter, dass wir nach nur einem Jahr Landesliga direkt wieder absteigen”, ist Teammangerin Michaela Massenberg enttäuscht. “Mit 41 Punkten hätte man eigentlich denken müssen, dass es zum Klassenerhalt reicht. Am Ende ist es ein einziges Tor im direkten Vergleich gewesen, das den Unterschied gemacht hat.”

Leider hätten die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen mit dem Abstieg von Fortuna sowie den Regionalliga-Absteigern SSVg und WSV die Mannschaft zusätzlich belastet und die sportlich nicht optimale Saison letztlich besiegelt. Unabhängig davon habe das Team über die gesamte Spielzeit nicht konstant die Leistung auf den Platz gebracht, die es sich selbst vorgestellt habe. Deshalb habe man sich immer wieder in der Nähe der Abstiegsränge wiedergefunden. Gleichzeitig habe es einige Spiele gegeben, bei denen man sich noch heute frage, wie sie verloren gehen konnten, obwohl die Mannschaft die bessere gewesen sei.

“Dennoch sind wir lange davon ausgegangen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen würden. Nun ist der worst case eingetreten”, sagt Michaela Massenberg. “Jetzt heißt es: Wunden lecken, aufstehen und den Blick nach vorne richten.”

Rund 70 Prozent der Mannschaft würden auch in der Bezirksliga bleiben und die Verantwortung übernehmen müssen, den Verein wieder nach oben zu führen. Das erwarte sie von den Spielern.

Der 1. FC Wülfrath macht mit dem Trainerteam weiter: “Das stand schon lange vorher fest”, erklärt Michaela Massenberg. “Zusätzlich werden wir uns auf einigen Positionen gezielt verstärken, um unser Ziel klar anzugehen: den direkten Wiederaufstieg. Wir kommen wieder!”