Impfkommission: Zweitimpfung für Jüngere nicht mit Astrazeneca

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Die STIKO rät: Jüngere sollen nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca einen anderen Impfstoff erhalten. Foto: pixabay
Die STIKO rät: Jüngere sollen nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca einen anderen Impfstoff erhalten. Foto: pixabay

Berlin. Die Zweitimpfung bei unter 60-Jährigen soll nach einer aktuellen Empfehlung der ständigen Impfkommission nicht mit Astrazeneca erfolgen.

Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung geändert, insbesondere in der Frage, in welchen Fällen eine Zweitimpfung mit Astrazeneca durchgeführt werden soll.

Jüngere Menschen im Alter unter 60 Jahren sollen demnach mit einem mRNA-Vakzin (derzeit Biontech oder Moderna) geimpft werden, falls sie als Erstimpfung das Astrazeneca-Präparat verabreicht bekommen haben. Diese Impfung solle zwölf Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

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Hintergrund für Anpassung waren schwerpunktmäßig bei Jüngeren aufgetretene Sinus- oder Hirnvenenthrombosen, bei denen ein Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung derzeit nicht ausgeschlossen werden kann.

31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca (Vaxzevria) seien im Rahmen der Spontanerfassung gemeldet worden, das teilt das Paul-Ehrlich-Institut mit. Neun Fälle sind tödlich verlaufen. Die „sehr seltenen Fälle von Hirnvenenthrombosen“, so das Paul-Ehrlich-Institut, seien ausschließlich nach der ersten Impfung berichtet worden: „Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.“

Vorsorglich soll Astrazeneca vorerst uneingeschränkt nur bei Menschen über 60 Jahren verimpft werden; Jüngere könnten sich bezüglich einer Astrazeneca-Impfung jedoch beraten lassen.

Rund 3,8 Millionen Impfdosen des Astrazeneca-Vakzins sind geliefert worden. Das geht aus Daten des Bundesministeriums für Gesundheit hervor. Verbreicht wurde nach Angaben des Robert-Koch-Instituts davon bislang 2,8 Millionen Dosen.