Flucht über die A44: Unter Drogen mit geklautem Auto Unfall gebaut

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Der BMW wurde bei dem Unfall schwer beschädigt. Foto: Polizei
Der BMW wurde bei dem Unfall schwer beschädigt. Foto: Polizei

Velbert. Zwei junge Männer hat die Polizei in der Nacht zu Dienst festgenommen, nachdem sie auf der A44 einen Unfall gebaut hatten. Zuvor waren das unter Drogen und Alkohol stehende Duo mit dem geklautem Wagen durch Velbert gerast. 

Wie die Polizei berichtet, hatten die beiden Velberter im Alter von 19 und 20 Jahren zunächst gegen 1 Uhr an einer Tankstelle an der Rheinlandstraße Alkohol gekauft. Etwa drei Stunden später tauchten sie erneut mit einem BMW an der Tankstelle auf – eine Zeugin nahm an, die beiden jungen Männer könnten betrunken sein. Sie rief die Polizei.

Beamte entdeckten den Wagen am Willy-Brandt-Platz. Als sie dem Fahrer Anhaltesignale zeigten, gab er Gas und raste „in hohem Tempo quer durch Velbert in Richtung Heiligenhaus und zur Autobahn 44“, so die Polizei. Der Wagen habe mehrere rote Ampel überfahren, an der Kreuzung der Heiligenhauser Straße mit der Marsstraße und der Hebbelstraße sei es beinahe zu einem schweren Unfall gekommen.

An der Auffahrt auf die A44 in Richtung Essen geriet der Wagen in den Grünstreifen und beschädigte einen Leitpfosten. „Anschließend fuhr der bis dato noch Unbekannte mit über 150 km/h durch den Birther Tunnel davon“, so die Polizei. Erlaubt sind dort 80 Stundenkilometer. Die Polizeibeamten forderten Verstärkung an.

Fluchtfahrt endete bei Langenberg

An der Ausfahrt bei Langenberg endete die Flucht mit dem Auto: Der Fahrer verlor die Kontrolle über den BMW und krachte gegen die Leitplanke und eine Betonschutzwand. Fahrer und Beifahrer stiegen unverletzt aus dem Wagen. Dann allerdings rannten die beiden Männer in Richtung der nahegelegenen Felder davon.

„Dort konnten sie dann letztendlich von den Polizeibeamten eingeholt und festgenommen werden“, hieß es. „Bei der anschließenden Kontrolle konnten die Polizisten bislang nicht feststellen, wer von den beiden am Steuer des Wagens saß, weshalb beide als Beschuldigte erfasst wurden.“

Im Besitz eines Führerscheins war keiner der beiden Männer. Sie waren zudem betrunken: „Während bei dem 19-Jährigen ein Atemalkoholwert von 1,1 Promille gemessen wurde, war der 20-Jährige nicht einmal in der Lage, vor Ort einen Atemalkoholtest durchzuführen“, so die Polizei hierzu. Dafür stand der junge Mann jedoch unter dem Einfluss von Drogen. Ein Schnelltest verlief positiv auf THC und Kokain.

Dann nahm der Fall eine weitere Wendung: „Noch während der Sachverhaltsaufnahme in der Wache meldete sich dann ein Mann aus Velbert, der seinen BMW als gestohlen melden wollte“, so die Polizei. Der 28-Jährige habe seinen Wagen am Vorabend auf einem Parkplatz an der Kleestraße abgestellt – am Dienstagmorgen stand das Auto dort nicht mehr. „Ein kurzer Abgleich bestätigte dann schnell den Verdacht, dass es sich bei dem entwendeten BMW um eben jenen handelte, mit dem die beiden ihre nächtliche Verfolgungsfahrt hingelegt hatten“, so die Behörde.

Die A44 war für die Dauer der Unfallaufnahme im Bereich der Ausfahrt Langenberg bis circa 5.45 Uhr gesperrt. Die Polizei schätzt die Höhe des entstandenen Sachschadens auf eine Summe von rund 6.000 Euro. Gegen die jungen Männer fertigte die Polizei mehrere Strafanzeigen.