Mettmann. Die Mettmanner Initiative „Windstill“ hat sich vor kurzem zu einem Austausch mit Bürgermeister André Bär, Stadtplanerin Anne Havlat und Baudezernent Tobias Janseps im Rathaus getroffen.
In dem Gespräch erklärte der Bürgermeister den Vertretern der Initiative, Sylvia Arndt (Sprecherin) und Folke Heyer (Öffentlichkeitsarbeit), dass er es nicht gut findet, dass
die Flächen entlang der Landstraße L 156 zwischen Metzkausen und Ratingen-Homberg für Windkraftanlagen vorgesehen sind. Das sei aber nur seine ganz persönliche Meinung.
Bürgermeister Bär machte deutlich, dass die Einflussmöglichkeiten der Stadt in dieser Angelegenheit sehr gering seien. Die Entscheidung, auf welchen Flächen Windräder aufgestellt werden können, würden auf Landes- und Bundesebene getroffen. Die Regionalräte hätten für den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien
landesweit in allen Regionalplänen Vorranggebiete für Windenergienutzung ausgewiesen. „Das liegt nicht mehr in unserer Zuständigkeit“, so Bär. Mit der 18. Änderung der
Regionalplanung sind die Gebiete für die Errichtung von Windenergieanlagen im Kreis Mettmann festgelegt worden.
Allerdings, versicherte Bürgermeister Bär, werde die Stadt „alles genau prüfen und darauf achten, dass alle rechtlichen Vorgaben und Bestimmungen eingehalten werden“. Dies nicht nur bei Fragen von Immissions- oder Artenschutz, sondern vor allem auch mit Blick auf die Gesundheit von Anwohnern und den Schutz des Naturraumes. Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass nicht die Stadt, sondern der Kreis Mettmann die Genehmigungsbehörde für Windkraftanlagen in den kreisangehörigen Städten sei. Bär: „Die Stadt wird an diesem Genehmigungsverfahren lediglich beteiligt.“
Der eigentliche Adressat für Bedenken und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in Metzkausen, die sich in der Initiative Windstill zusammengeschlossen hätten, sei die
Bezirksregierung Düsseldorf. Dort würden die grundsätzlichen Entscheidungen zum Ausbau von Windkraftanlagen getroffen. Die Stadt werde im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine
räumliche Steuerung von Windkraftanlagen sorgen, um eine Verspargelung der Landschaft durch Windräder zu verhindern. „Ohne Vorrangzonen für Windkraftanlagen könnten überall große Anlagen errichtet werden“, sagte Stadtplanerin Anne Havlat. „Wir begrüßen, dass Bürgermeister Bär auf einem guten Wege ist, seine angekündigte bürgernahe Politik
umzusetzen,“ sagte Windstill-Sprecherin Sylvia Arndt nach dem Austausch, „wenn uns auch klar ist, dass bei eventuellen Bauanträgen die Eingriffsmöglichkeiten seitens der Stadt
über eine detaillierte Fachprüfung hinaus nur begrenzt vorhanden sein dürften.“
Bislang, so Baudezernent Tobias Janseps, gebe es noch keinen Bauantrag für eine oder mehrere Windkraftanlagen.


