Der Domschatz in Essen. Foto: Volkmann
Der Domschatz in Essen. Foto: Volkmann

Essen. Starke Frauen, große Geschichte: Am Samstag, 7. März, lädt der Domschatz Essen zu einer Zeitreise durch das mittelalterliche Essen ein – und rückt dabei die herausragende Rolle von Frauen in den Mittelpunkt, die über Jahrhunderte hinweg das bedeutende Essener Frauenstift und die Stadt selbst prägten.


Rainer Teuber, Leiter der Museumspädagogik, führt durch die Geschichte des Frauenstifts von der Gründung im 9. Jahrhundert bis zur Aufhebung im Jahr 1803. Über die Jahrhunderte übten insgesamt 48 Äbtissinnen geistliche, politische und wirtschaftliche Macht aus – in einer Zeit, die gemeinhin als männlich dominiert gilt. Die Führung von 14.00 bis 15.30 Uhr erzählt von ihren Herausforderungen, ihren Erfolgen und ihrem nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung Essens und der Region.

Ein besonderer Fokus liegt auf Äbtissin Mathilde, einer der bedeutendsten Frauengestalten des Mittelalters. Fast 40 Jahre leitete sie das Essener Frauenstift und führte es zu einer kulturellen und wirtschaftlichen Blüte. Als Enkelin Kaiser Ottos des Großen verband sie politische Weitsicht mit künstlerischem Gespür. Unter ihrer Führung begann der Neubau der Stiftskirche, bedeutende Goldschmiedearbeiten entstanden in Essen. Zu den berühmtesten Kunstwerken, die bis heute an Mathilde erinnern, zählen die Goldene Madonna und der Siebenarmige Leuchter. Auch weitere bedeutende Werke auf der Dominsel zeugen von der glanzvollen Epoche weiblicher Führung. Mit der Würdigung Mathildes wurde der Domschatz Essen als erster Essener FrauenOrt NRW ausgezeichnet.

Die Führung bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte von Frauen in Essen und eröffnet neue Perspektiven auf den Domschatz und seine herausragenden Kunstwerke. Sie macht deutlich, dass die Geschichte der Stadt ohne die Gestaltungskraft, den Mut und die Weitsicht dieser Frauen nicht denkbar wäre.

Die Teilnahmegebühr für die Führung beträgt zehn Euro inklusive Eintritt. Eine vorherige Anmeldung ist bis zum 4. März erforderlich und kann per E-Mail an domschatz@bistum-essen.de oder telefonisch unter 0201 2204206 erfolgen.

Treffpunkt ist das Foyer des Domschatzes, Burgplatz 2, 45127 Essen.