Der TV-Moderator Thomas Ranft war in Velbert zu Gast, um auf der Nachhaltigkeitsmesse der Sparkasse HRV über den Klimawandel und Erneuerbare zu referieren. Foto: Volkmann
Der TV-Moderator Thomas Ranft war in Velbert zu Gast, um auf der Nachhaltigkeitsmesse der Sparkasse HRV über den Klimawandel und Erneuerbare zu referieren. Foto: Volkmann

Velbert. Zum dritten Mal hat die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert ihre Nachhaltigkeitsmesse veranstaltet. Diesmal ging es am Dienstag, 17. März, im Forum in der Schlüsselstadt um “Green economics”. Ein Redebeitrag über das Klima und Erneuerbare sollte Velberts Mittelständlern Mut machen. 


Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen in den letzten Jahren in Hilden und Ratingen hat die Sparkasse diesmal in Velbert zum Netzwerken eingeladen. Unternehmen und Selbstständige kamen hierzu am 17. März im Forum Velbert zusammen. Das zentrale Thema: “Green economics” – nachhaltiges Unternehmenshandeln mit dem Ziel, die Wirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten. Das fängt im Kleinen an, auch bei Geschäftsverantwortlichen in Velbert. Eingeladen hatte die Sparkasse HRV unter anderem den TV-Moderator Thomas Ranft. Der Wetterexperte, der auch zum Team der Sendung “Quarks” gehört, kennt sich aus mit dem Klima, seinem Wandel und den Maßnahmen, die gegensteuern. Sein Impulsvortrag sollte den Velberter Mittelständlern Mut machen – und Lust auf Investitionen in Erneuerbare.

Wer die politischen Tagesnachrichten rund um Diskussionen über Gasenergie, Fracking oder eine Rückkehr der Atomkraft verfolgt, könnte schnell vergessen, wie gut der Weltgemeinschaft die Entwicklung von erneuerbaren Energie gelungen ist. Thomas Ranft machte in seinem Redebeitrag deutlich, dass der Energieanteil erneuerbarer Energie pro Jahr deutlich größer ist als beispielsweise die Kapazitäten durch neu geschaffen Atomkraftwerke. Auch wenn darüber häufig als Königsweg diskutiert wird: In der Welt ist Kernenergie ein Auslaufmodell. Wenige neue Kraftwerke entstehen, viel mehr werden abgeschaltet – zudem ist der Kostenfaktor enorm. Erneuerbare seien hingegen billig, so Ranft.

Mit Zahlen untermauerte der Wettermoderator die Kraft seines drohenden Zeigefingers: Jeweils rund eine Viertelmillion von Kohle, Öl und Gas würde in Deutschland verbrannt – “pro Tag”, mahnt Ranft. “Nichts davon wird jemals recycelt werden. Null. Das ist dann einfach weg”. Den Klimawandel und Maßnahmen dagegen zu verstehen, sei einfache Mathematik. “Das kann jedes Kind verstehen”, so Thomas Ranft. Sein Plädoyer für Grüne Energie fußte vor allem auf nachvollziehbaren Zahlen: Ein mit Photovoltaik voll beladenes Schiff ersetze hundert Schiffe mit Kohle – und einhundert Schiffe mit Sonnenenergie könnten in drei Monaten soviel produzieren, wie 100 Kohleschiffe in 25 Jahren.

Ein Grundproblem gescheiterter Unternehmen sei mangelnde Anpassungsfähigkeit an die Veränderungen des Marktes, so Ranft zu den Ergebnissen einer Umfrage unter Interimsmanagern, die Firmen nach Pleiten hätten sanieren sollen: Das Problem ist nicht die Energie oder der Fachkräftemangel. Das Problem ist, das man selber nichts macht”. Nichts machen, bedeute: Nichts entscheiden. Und darin wiederum sieht Ranft ein bewusstes Vermeiden von Risiken. Die müsse man allerdings eingehen – auch in der Vergangenheit der Menschheitsgeschichte habe sich das als wertvoll erwiesen: “Zukunft ist immer eine Utopie”, so Ranft.

Velberts Mittelständler wollte Thomas Ranft dazu motivieren, über Innovationen und Investitionen nachzudenken. Unter anderem, weil mittelständische Unternehmensstrukturen wie gemacht dafür sind, um Neuerungen anzustoßen: “Der Vorteil von Mittelstand ist, dass er innovativ und schnell handeln kann”, so der Wetterexperte. Auch die “copy cat” sei hier eine Super Idee”. Man müsse nicht das Grundsätzlich neu erfinden, könne Vorhandenes auch einfach besser machen: “Gut geklaut ist immer besser als schlecht selbst gemacht”. Existierende Dinge noch besser machen, könnten Mittelständler “viel besser als ein Konzern”. Sein Credo: Einfach machen.

Man müsse hungrig sein: “Wer nicht hungrig ist, wird nix”, sagt Ranft und zieht einen Vergleich mit dem FC Bayern München heran. Dort habe man immer die besten Spieler, aber deshalb nicht immer auch Erfolg. Die Mannschaft heute zeige: “Wir müssen uns anstrengen!”.

Handeln solle man wie eine Ameisenkolonie: “Die Ameise weiß nicht, was sie macht. Sie geht nur raus und dann liegt da ein Stöckchen, das ist vierzigmal so schwer wie sie selbst: Und dann strengt sie sich wahnsinnig an und räumt es weg. So wird die Welt gerettet.”

Ranft mahnt, man müsse sich nicht darüber nachdenken, was man zur Rettung der Welt insgesamt beitragen könne: “Sie müssen nur ihre eigene Welt besser machen. Das reicht völlig!”.