Die insgesamt sichergestellten Drogen sollen einen Straßenverkaufswert in zweistelliger Millionenhöhe haben. Foto: ZFA Essen
Die insgesamt sichergestellten Drogen sollen einen Straßenverkaufswert in zweistelliger Millionenhöhe haben. Foto: ZFA Essen

Essen/Wülfrath. Den Behörden ist unter Federführung des Zollfahndungsamts Essen und der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen. Die Spur führte dabei auch nach Wülfrath, wo es zu einer Festnahme kam. 


Wegen des Verdachts der bandenmäßigen Einfuhr und des Handeltreibens von Marihuana in nicht geringer Menge ist den Behörden bereits am 6. Januar ein  Schlag gegen die organisierte Betäubungsmittelkriminalität gelungen. An jenem Tag durchsuchten rund 100 Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Essen, unterstützt von Kräften des Hauptzollamtes Frankfurt am Main, im Auftrag der ZeOS NRW drei Objekte in Langenfeld und Solingen. Vier Personen wurden bei dem Einsatz zunächst festgenommen.

“Ursprung des Verfahrens war eine Mitteilung der US-amerikanischen Behörden Ende 2025 an das zuständige Zollfahndungsamt Essen, wonach bei einer Kontrolle eines Frachtcontainers von Kanada nach Deutschland versteckt in einer Tarnladung mit Bürostühlen circa 1,2 Tonnen Marihuana in 88 Kartons festgestellt wurden”, teilt das Essener Zollfahndungsamt mit. Die Containerlieferung sollte Anfang an eine Adresse in Langenfeld gehen. Ermittlungen deckten laut Zoll mehrere Lager in Langenfeld und Solingen auf. Ermittler observierten die Anlieferung und Entladung des Containers durch vier Verdächtige, die im Verlauf des Einsatzes vorläufig festgenommen wurden.

Spur führt Ermittler nach Wülfrath

Ein Laster voller Kisten. Foto: ZFA Essen
Ein Laster voller Kisten. Foto: ZFA Essen

Im Anschluss durchsuchten die Kräfte des Zollfahndungsamtes Essen drei Wohn- und Lagerobjekte in Langenfeld und Solingen. In einem Lager in Solingen wurden weitere zehn Kilogramm Marihuana und 29 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Gegen den 38-jährigen Hauptverdächtigen aus Solingen erließ das Amtsgericht Düsseldorf am Folgetag einen Haftbefehl. Drei niederländische Beschuldigte wurden nach Feststellung ihrer Identität wieder auf freien Fuß gesetzt.

“Im Rahmen einer ersten Beweismittelauswertung und den sich anschließenden Ermittlungen ergab sich der Verdacht auf eine weitere Lieferung Betäubungsmittel”, teilt das Essener Zollfahndungsamt mit. Diese Spur führte in die Kalkstadt: Bei der Kontrolle der Sendung fand man letztlich in Wülfrath in zwei Holzkisten aus Spanien insgesamt weitere rund 300 Kilogramm Marihuana. Ein 54-Jähriger wurde bei der Abholung am 9. Januar vorläufig festgenommen und seine Wohnung in Solingen durchsucht. Dort wurden zehn Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Durch die folgenden Ermittlungen wurden weitere Tatverdächtige identifiziert. Am 15. und 28. Januar folgten zwei weitere Durchsuchungsmaßnahmen in Solingen durch Kräfte des Zollfahndungsamtes. Dort stellten die Einsatzkräfte zwei Kilogramm Marihuana, 500 Gramm Kokain, zwei Schusswaffen sowie weitere Beweismittel sicher.

“Anfang März konnte der Gruppierung eine weitere sichergestellte Lieferung von 115 Kilogramm Marihuana aus Kanada zugeordnet werden”, so der Zoll. Dort schätzt man den Straßenverkaufswert der sichergestellten Betäubungsmittel auf über 15 Millionen Euro. Für jeden Fall der bandenmäßigen Einfuhr von Marihuana in nicht geringer Menge sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von zwei bis 15 Jahren vor.

Die Ermittlungen samt Auswertung der Beweismittel dauert an. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatten die Behörden erst jetzt über den Monate zurückliegenden Sachverhalt informiert.