Fans auf der Tribüne im Velberter Stadion. Foto: Mathias Kehren
Fans auf der Tribüne im Velberter Stadion. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Die Regionalliga West fährt auf die Zielgerade ein: Am Tabellenende könnte das Kellertrio den Anschluss verlieren. Rettung naht allerdings womöglich aus Düsseldorf. 


Der Fußball schreibt bekanntlich die wildesten Geschichten. So auch im Falle des Abstiegskampfes in der Regionalliga West, der nicht ohne einen Blick auf die 2. Bundesliga ablaufen wird. Der Grund: die anhaltende Formschwäche von Fortuna Düsseldorf.

Die SSVg Velbert steht derzeit mit 21 Punkte auf dem 17. Tabellenplatz. Das rettende Ufer ist nach mehreren wichtigen Punktgewinnen zwar näher gerückt, um den Sprung über den Strich zu schaffen, muss das Team aus der Schlüsselstadt allerdings erstens weitere Siege einfahren und zweitens darauf hoffen, dass Rödinghausen im Schlussspurt einige Zähler bei der Konkurrenz lässt. Die Wiehen-Elf hatte jüngst ein Statement gegen Bocholt gesetzt und auswärts mit 4:0 gewonnen. 28 Punkte hat der Sportverein aus Ostwestfalen nun auf dem Konto – und damit den 15. Tabellenplatz vorerst gefestigt. Velbert lauert allerdings, zumal die Blauen noch ein Spiel weniger absolviert haben als die Konkurrenten auf den höheren Tabellenplätzen. Mit einem Sieg gegen Dortmund II könnte die SSVg Velbert zwar aufschließen, den rettenden Tabellenplatz aber noch nicht erreichen.

Klar ist: die Mission Klassenerhalt wird herausfordernd, weil vor Rödinghausen seine Form zumindest teilweise steigern konnte. Aus den letzten fünf Spielen hat das Team sechs Punkte geholt. Dass Velbert den Sprung auf Platz 15 schafft, ist zwar nicht unmöglich, aber schwierig.

Einen Rettungsanker könnte nun überraschend die Fortuna aus Düsseldorf den Velberter zuwerfen. Und zwar indem die Zweitligamannschaft aus der Landeshauptstadt das tut, was sie in den vergangenen Spielen getan hat: Verlieren.

Stiege Fortuna Düsseldorf aus der 2. Fußballbundesliga ab, so könnte Velbert bereits durch einen Sprung auf den 16. Tabellenplatz den Klassenerhalt sichern. An den formschwachen Wuppertalern vorbeizuziehen wäre bedeutend einfacher. Grund ist eine Regelung des Deutschen Fußballbundes, nach der die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf aus der Regionalliga West in die Oberliga absteigen müsste, sollte die erste Garnitur des Vereins den Weg aus der zweiten in die dritte Liga antreten müssen. Der DfB schreibt hierzu: “Die zweiten Mannschaften von Drittligisten dürfen maximal in der Oberliga (5. Liga) antreten. Für die Regionalliga sind die zweiten Mannschaften von Drittligisten nicht zugelassen.”

Das ist angesichts der aktuellen Tabellensituation nicht abwegig: Düsseldorf steht mit 31 Zählern auf dem 14. Platz der zweiten Bundesliga – lediglich ein Punkt trennt die Fortuna von den Abstiegsrängen. Zudem gehört die Mannschaft derzeit zu den formschwächeren Teams – die letzten vier Partien gingen verloren, was letztlich das Ende von Anfang und den Anfang von Ende nach sich zog.

In Velbert dürfte derzeit kaum ein SSVg-Fan daher der Fortuna die Daumen drücken, zumal das Restprogramm der Düsseldorfer anspruchsvoll ist: Es stehen im Schlussspurt Kellerduelle gegen Magdeburg und Fürth an, zudem folgen Spiele gegen Dynamo Dresden, Schalke und Elversberg.