
Kreis Mettmann. Das erste Wochenende nach dem kalendarischen Sommeranfang hat auch in den Städten im Kreis Mettmann zweitweise Temperaturen von deutlich über 30 Grad gebracht. Gewesen ist es das aber noch nicht: der Wetterdienst warnt weiterhin vor Hitze.
Unter dem Einfluss eines Hochs mit Schwerpunkt über der Nordsee werde von Norden eine weniger feucht-warme Luftmasse nach Deutschland geführt, erklären die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Im Norden Westdeutschlands sei warme bis sehr warme Luft wetterbestimmend, im Süden heiße bis sehr heiße und zu Gewittern neigende Luft. Abgesehen vom Norden gebe es daher bis Dienstagabend eine starke Wärmebelastung – auch für den Kreis Mettmann hat der Wetterdienst die amtliche Warnung vor Hitze bis 19 Uhr am 23. Juni verlängert. Bereits der Montag ist der fünfte Tag der Warnsituation in Folge.
“Hitzebelastung kann für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl”, so der Deutsche Wetterdienst. Ältere und Pflegebedürftige benötigen dieser Tage besondere Unterstützung.
“Hitze kann Kreislauf, Flüssigkeitshaushalt und Wohlbefinden stark beeinträchtigen”, so die Verbraucherschützer. Die Verbraucherzentrale NRW gibt deshalb einfache Tipps, wie Betroffene und Angehörige sich auf heiße Tage vorbereiten und im Alltag besser schützen können. Hitze werde oft unterschätzt, weil die Beschwerden zunächst unspezifisch sein können, so die Experten. “Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe oder Verwirrtheit können bereits erste Warnsignale sein. Wer solche Anzeichen bei anderen bemerkt, sollte schnell handeln, die betroffene Person in einen kühlen Raum bringen und mit Getränken versorgen. Auch starke Blässe, Übelkeit, schneller Puls, Muskelkrämpfe oder fehlender Schweiß können auf eine Hitzeerkrankung hinweisen”. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlechtern sie sich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden; im Notfall gilt die 112.
Am besten bleibt die Wohnung tagsüber möglichst kühl. Wenn möglich, sollten pflegebedürftige Menschen die heißesten Stunden des Tages in kühlen Räumen verbringen. Auch der Alltag lässt sich anpassen: Spaziergänge besser in die kühlen Morgen- oder Abendstunden legen, körperliche Anstrengung in der Mittagshitze vermeiden und Arzttermine möglichst früh oder spät vereinbaren. Für unterwegs sind leichte helle Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz sinnvoll.
Bei Hitze ist regelmäßiges Trinken besonders wichtig. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Wer möchte, kann Wasser mit Obst, Gemüse oder Kräutern geschmacklich aufpeppen. Alkohol und stark gezuckerte Getränke sind dagegen keine gute Wahl. Auch das Essen sollte leicht sein. Empfohlen werden mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, zum Beispiel Salate, gedünstetes Gemüse, wasserreiche Rohkost, Suppen oder Obst. Bei Pflegebedürftigen oder Menschen mit Herz- und Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge allerdings mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor einer Hitzeperiode in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen, ob diese bei hohen Temperaturen Probleme machen können. Einige Arzneimittel beeinflussen das Durstgefühl, die Schweißproduktion oder die Kreislaufregulation. Auch die richtige Lagerung von Medikamenten ist wichtig, zum Beispiel kühl und trocken oder nach Vorgabe im Kühlschrank.
Hitze hält an: Temperaturen bis fast 40 Grad
Derartige Tipps bleiben auch in den kommenden Tagen in den Städten im Kreis Mettmann relevant. Laut Wetterberichten liegen die Temperaturen bis voraussichtlich Samstag auf hohem Niveau und deutlich über der 30-Grad-Marke. Am Dienstag werden in der Rhein-Region um 32 Grad erwartet, am Mittwoch zwischen 37 und 38 Grad, ebenso am Donnerstag – und voraussichtlich auch am Freitag und Samstag.
Einher mit dem hohen Temperaturen geht – trotz zuvor teils unwetterartigen Regenfälle -eine steigende Waldbrandgefahr. Der Index klettert laut Deutschem Wetterdienst beispielsweise für die Messstationen Essen-Bredeney oder Wuppertal-Buchenhofen auf Stufe 3 (von 5). In der Natur gilt es daher, besonders aufzupassen.
Feuerwehren mahnen bei derartigen Wettersituationen zu Vorsicht. Man möge das Rauchverbot in bewaldeten Flächen beachten, Zigaretten zudem nicht aus dem fahrenden Auto werfen. Zudem möge man kein Feuer im Wald oder an Waldrändern anzünden und keine Holzreste oder trockenen Gartenabfälle verbrennen. Auch Autos und Motorräder können bei Trockenheit zu einem Gefahrenfaktor werden: Auf Wiesen, Waldwegen oder am Waldrand solle man nicht parken, so der Hinweis der Feuerwehr. Der Katalysator erhitzt sich und kann das unter dem Fahrzeug befindliche trockene Gras entzünden.
Wer in der Natur unterwegs ist, sollte seinen Müll nicht im Wald zurücklassen. Das gilt vor allem für Glas- oder Plastikflaschen, Plastikfolien, Feuerzeuge oder Dosen – diese Gegenstände können laut Feuerwehr zu einem Brandherd werden.
Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 informieren.

