Velbert. Die Arbeiten auf der A44 im Tunnel Birth verzögern sich. Das teilt die Autobahn GmbH mit. Statt am 3. Juli, um 18 Uhr, wird der Tunnel in Fahrtrichtung Essen nun erst am 20. Juli, um 10 Uhr, eröffnet. In dem Zeitraum bleibt die A44 zwischen der Anschlussstelle Hetterscheid und dem Autobahndreieck Velbert-Nord in Fahrtrichtung Essen gesperrt.
“Leider konnte die Autobahn GmbH die Betoninstandsetzungs- und Korrosionsschutzarbeiten und den Einbau von neuen Lärmschutzelemente nicht so schnell durchführen wie geplant”, hieß es. Der Grund ist tierischer Natur: Tauben hatten sich den Tunnel zur Heimat gemacht und verhinderten diverse Arbeitsschritte. Besonders ein Paar stellte die Nerven der Autobahner auf die Probe: Seltene Ringeltauben brüteten im Bereich des nördlichen Tunnelendes.
„An diese Exemplare durften wir laut Tierschutz nicht heran. Während wir die normalen Stadttauben im südlichen Bereich umsiedeln konnten beziwhungsweise Eier gegen Attrappen austauschen durften, ist das bei Ringeltauben nicht gestattet. Hier mussten wir warten, bis die Küken flügge wurden und das Nest dauerhaft verlassen hatten“, weiß Mark Schnell. Der Projektleiter Bauwerkserhaltung der Abteilung Konstruktiver Ingenieurbau aus der Außenstelle Krefeld der Autobahn GmbH und seine Mitarbeitenden drehten derweil aber natürlich nicht Däumchen, sondern nahmen Arbeiten in Angriff, die sonst erst später erfolgt wären. Zum Beispiel Fahrbahnsanierungen oder Verpressungen von Rissen in Tunnelwänden. Auch die zuständige Meisterei aus Ratingen nutzt die Zeit der Vollsperrung für Arbeiten wie Grünschnitt und Sanierungen.
Wie bei einem älteren Haus hatten sich im Tunnel Birth schon während der Planung immer neue Herausforderungen ergeben. Zunächst war die Erneuerung des Lärmschutzes das eigentliche Ziel. Im Verlauf der Maßnahmen-Planung kamen weitere Aufgaben hinzu, unter anderem im Rahmen der Beleuchtung, der Tunnelsicherheit und der Stahlkonstruktion. Schnell: „Dadurch wurde das Gesamtpaket deutlich größer als zunächst erwartet. Eine Erkenntnis war, dass wir ein neues Beleuchtungskonzept benötigen. Das müssen wir nun planen und hoffentlich in rund zwei Jahren installieren.“
Bis dahin sollten sich auch keine Tauben mehr angesiedelt haben. Damit es dabei bleibt, werden nun entsprechende Vorrichtungen installiert, die das verhindern. „Das ist auch deswegen wichtig, weil der Taubenkot sehr aggressiv gegenüber unseren Aufbauten ist. Und für uns als Mitarbeitende ist dies auch nicht sonderlich schön, mit dem Kot konfrontiert zu werden, denn dieser stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar“, sagt Schnell.
Wenn am 20. Juli die A44 in dem Bereich wieder in Fahrtrichtung Essen geöffnet wird, geht es nahtlos auf der anderen Seite weiter. In Fahrtrichtung Düsseldorf wird der Tunnel, und damit die A44 zwischen dem Autobahndreieck Velbert-Nord und der Anschlussstelle Hetterscheid, vom 20. Juli, 7 Uhr, bis 25. September, 18 Uhr, gesperrt. Umleitungen sind dann eingerichtet.


