Der Essener Dom samt Domschatz mitten in der Innenstadt. Foto: Volkmann
Der Essener Dom samt Domschatz mitten in der Innenstadt. Foto: Volkmann

Essen. Wie machten die Äbtissinnen des Essener Frauenstifts im Mittelalter ihre Macht, ihre Herkunft und ihren Anspruch sichtbar? Kunsthistoriker Benedikt Hanschmann eröffnet neue Einblicke in die Welt der Essener Äbtissinnen des 10. und 11. Jahrhunderts und zeigt, wie sie gezielt materielle Objekte zur Darstellung ihrer Identität und ihres politischen wie religiösen Selbstverständnisses einsetzten.


Im Rahmen des Langen Freitags haben Besucherinnen und Besucher am 4. September die Gelegenheit, die Forschungsergebnisse unmittelbar an den Originalobjekten kennenzulernen. Um 18.30 Uhr erläutert Hanschmann in einer exklusiven Führung, wie sich die Essener Äbtissinnen durch Kunst und Architektur inszenierten und welche Botschaften bis heute in den erhaltenen Artefakten verborgen sind.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das materielle Erbe des Essener Frauenstifts, das sich bis heute im Essener Dom und im Domschatz erhalten hat.

Hanschmann analysiert nicht nur herausragende Schatzkunst, sondern bezieht auch Architektur, Münzen und Handschriften in seine Untersuchung ein. Dadurch werden die Handlungsmotive und Strategien der Selbstinszenierung der Äbtissinnen sichtbar. Die Objekte erscheinen dabei nicht allein als kunsthistorische Meisterwerke, sondern als gezielt eingesetzte Kommunikationsmittel: Sie vermittelten Herrschernähe, familiäre Zugehörigkeit, stiftsinterne Ideale und liturgische Ansprüche und machten die Stellung der Äbtissinnen innerhalb komplexer sozialer, politischer und religiöser Netzwerke sichtbar.

Die Führung richtet sich an alle Besucherinnen und Besucher, die einen neuen Blick auf die bedeutenden Kunstwerke und die außergewöhnliche Geschichte der Essener Äbtissinnen gewinnen möchten.

Die Teilnahme an der Führung kostet zwölf Euro pro Person. Eine Anmeldung ist bis zum 1. September telefonisch unter 0201 2204206 oder per E-Mail an domschatz@bistum-essen.deerforderlich.