Fans auf der Tribüne im Velberter Stadion. Foto: Mathias Kehren
Fans auf der Tribüne im Velberter Stadion. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Am Sonntag, 16. August, wird es ernst in der IMS-Arena: Die SSVg Velbert trifft dann am ersten Spieltag der neuen Oberligasaison auf den Wuppertaler SV. Bei dem Bergischen Derby gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Anstoß ist um 15 Uhr.


Jüngst hatten die Velberter etwas Bundesligaluft schnuppern dürfen. Für ein Testspiel vor rund 2.100 Zuschauern reiste die Borussia aus Mönchengladbach an. Erwartungsgemäß fiel das Ergebnis aus: Mit 0:8 verloren die Löwen auf heimischem Platz. Als Niederlage versteht man das Freundschaftsspiel in Velbert aber nicht: „Wertvolle Erfahrungen“ habe man sammeln können, so der Verein.

Ebendiese könnten der SSVg Velbert zum Start in die neue Saison der Oberliga helfen, denn am ersten Spieltag wartet direkt ein echter Kracher auf die Mannschaft und die Fans. Mit dem Wuppertaler SV reist ein Team aus der direkten Nachbarschaft an, das zudem über eine aktive Fanbasis verfügt. Im Bergischen Derby gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Es wird eine „strikte Fantrennung“ geben, teilt die SSVg Velbert mit. „Wir bitten alle Besucher, die ausgewiesenen Zugänge und Zufahrten ihres jeweiligen Fanbereichs zu nutzen.“

Für die Haupttribüne der Heimfans ist der Zugang über Kasse 4 und die Zufahrt via Industriestraße vorgesehen. Gästefans gelangen über die Bahnhofstraße zum Stadion und über Kasse 2 zu ihren Stehplätzen. Die Kasse öffnet um 13 Uhr. Laut Spielvereinigung sind noch ausreichend Karten für die Stehplatzblöcke vorhanden.

Der Vorverkauf läuft noch bis Freitag und 17 Uhr auf der Geschäftsstelle der SSVg Velbert sowie bei SportDirekt Lungwitz in Velbert. „Um längere Wartezeiten an den Kassen zu vermeiden, bitten wir darum, den laufenden Vorverkauf zu nutzen und frühzeitig anzureisen“, so der Verein.

Sportlicher Leckerbissen?

Klar ist: Derby-Spiele schreiben oft die schönsten Geschichten. Auf den Rängen dürfte also einiges los sein. Wie das Spiel sportlich ablaufen wird, bleibt indes abzuwarten. Während die SSVg Velbert jüngst mit einem ungefährdeten 5:0-Sieg gegen den Landesligisten ESC Rellinghausen im Niederheinpokal eine erste Duftmarke gesetzt hat, ist der Wuppertaler SV noch auf Formsuche. Im Verbandspokal ging es gegen einen direkten Ligakonkurrenten auf den Platz – ausgeglichen war die Partie zunächst. Spielerisch war der WSV in den ersten Minuten aktiver, musste allerdings einen Doppelschlag wegstecken, kassierten dann sogar das 0:3. Letztlich drehten die Rot-Blauen das Spiel, glichen aus – und gewannen nach Elfmeterschießen mit 7:6. Die Wuppertaler sind entsprechend schwer auszurechnen.

Abseits des Platzes geht es beim Wuppertaler SV ähnlich turbulent wie im jüngsten Pokalspiel zu. Der Vorstand des Fußballclubs hatte beim zuständigen Insolvenzgericht die Durchführung eines Restrukturierungsverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, wie der WSV mitteilt. Das Gericht hat den Antrag bereits zugelassen. Der Sport- und Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden.

„Für den Wuppertaler SV bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Der Verein übernimmt Verantwortung und handelt bewusst frühzeitig, um die wirtschaftlichen Probleme der vergangenen Jahre nachhaltig zu lösen“, meldet der Verein. Laut Vorstand sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. Man sehe aber die Chance, den Wuppertaler SV „dauerhaft zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen“. Die Finanzierung des laufenden Vereinsbetriebs sei sichergestellt. Alle Trainer und Übungsleiter seien an Bord und auch der Betrieb in den Nachwuchsabteilungen laufe weiter.

Ein sportliches Risiko schwebt allerdings wie ein Damoklesschwert über dem Wuppertaler SV. Denn sollte er Club im Rahmen seines Restrukturierungsverfahren eine Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit anzeigen müssen, könnte das Punkte kosten. Einen Abzug von neun Gewinnpunkten sieht die Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes in solchen Fällen als Strafe vor – das regelt der neunte Absatz des Paragraphen 52.

„Unser Verein hat in seiner langen Geschichte viele Herausforderungen überwunden. Wir sind überzeugt, dass wir auch diesen Weg gemeinsam erfolgreich gehen können. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen und den WSV wirtschaftlich und organisatorisch nachhaltig neu aufzustellen“, so der WSV-Vorstand.

Das Verfahren begleitet der Rechtsanwalt Marc d’Avoine. Er fungiert als Generalbevollmächtigter, der den Vorstand berät und in der Sanierung unterstützt. „Der WSV hat eine wechselhafte Vergangenheit. Mit der jetzt eingeleiteten Restrukturierung ist ein Meilenstein gesetzt. Das Verfahren kann und wird den Verein solide neu aufstellen. Der neue Vorstand, der Trainer und die jungen Spieler verdienen Vertrauen, den sicher nicht einfachen Weg in der Oberliga, aber auch im Verfahren zu gehen. Dabei werden wir Team und Vorstand mit unseren Expertisen nach Kräften unterstützen.“